Afrikas Wälder: Höhere Klimaschutzwirkung als gedacht

Afrikas Wälder: Höhere Klimaschutzwirkung als gedacht
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Afrikas Wälder: Höhere Klimaschutzwirkung als gedacht

spiegel.de: Tropische Bergwälder in Afrika speichern nicht nur deutlich mehr Kohlenstoff als bislang angenommen. Die Klimaleistung der Bäume übertrifft sogar den Amazonas-Regenwald.

Die höchsten Bäume Afrikas stehen am Kilimandscharo in Tansania. Solche Bergwälder speichern deutlich mehr Kohlenstoff, als bislang vermutet wurde. Im Durchschnitt sind es knapp 150 Tonnen pro Hektar, wie ein internationales Forscherteam ermittelte. Der Weltklimarat IPCC ging bis jetzt lediglich von knapp 90 Tonnen aus.

Damit übersteigt die Speicherleistung der afrikanischen Bergwälder die des Tropenwalds in Zentral- und Südamerika, teilte die Universität Bayreuth mit. Deutsche Wissenschaftler waren Teil eines Teams, das in zwölf afrikanischen Ländern knapp 230 Flächen untersuchte. Die Ergebnisse wurden auch im Fachblatt »Nature« veröffentlicht. Demnach speichern die Bergwälder in ihrer oberirdischen Biomasse mehr Kohlenstoff als alle anderen tropischen Wälder und leisten so einen großen Beitrag zum Klimaschutz.

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»Vor allem in Ostafrika befinden sich die meisten Wälder in Gebirgsregionen, sodass sie hier eine herausragende Bedeutung für den Kohlenstoffhaushalt und den Klimaschutz haben«, sagte Andreas Hemp von der Universität Bayreuth. Die Studie mache deutlich, welche ökologischen Schäden ein weiteres Abholzen der Bergwälder verursachen würde. »Und sie zeigt umgekehrt auch den Nutzen der von vielen afrikanischen Staaten unterstützten Maßnahmen zur Wiederaufforstung«, sagte der Biologe.

Ein Grund für die hohe Speicherfähigkeit der Wälder sei, dass zerstörerische Wirbelstürme oder Vulkanausbrüche in Afrika seltener vorkämen und die Bäume sowohl in Berg- als auch in Tieflandregionen ungestört wachsen können, solange der Mensch sie lasse. Zuvor waren Forscher davon ausgegangen, dass die Speicherfähigkeit der Bäume abnimmt, je höher sie stehen, etwa wegen sinkender Temperaturen und nährstoffärmerer Böden.

Insgesamt untersuchte das Forscherteam mehr als 72.000 Baumstämme in Höhen zwischen 800 und 3900 Metern. »Wenn man die Höhe, den Umfang und die Holzdichte der Baumstämme kennt, kann man auf Basis dieser Messdaten die Menge des in den Bäumen gespeicherten Kohlenstoffs mit einiger Genauigkeit ermitteln«, erklärt Hemp… weiterlesen

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