Appell an Gärtner: Moore besser schützen

Appell an Gärtner: Moore besser schützen
Grafik: viiviesmeralda/Pixabay CC/PublicDomain

Appell an Gärtner: Moore schützen

Anlässlich des erstmals stattfindenden World Peatlands Day ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dazu auf, beim Gärtnern auf torfhaltige Erden zu verzichten. „Moorschutz ist Naturschutz und Klimaschutz in einem“, erklärt dazu der Abteilungsleiter Biodiversität des Verbrands. Matthias Meißner: „Moore sind einzigartige Lebensräume, die wir bewahren müssen. Torf gehört deshalb nicht in den Garten oder in Blumenkübel.“

Dies gilt aus Sicht des BUND sowohl für Moore in Deutschland als auch für Moorflächen, die in Osteuropa liegen. Meißner: „Um die hiesige Nachfrage an Billigblumenerde zu befriedigen, ist der Ausverkauf osteuropäischer Moore in vollem Gange. Und das, obwohl die baltischen und russischen Hochmoore zu den größten und kostbarsten Mooren Europas zählen. Es ist eine Katastrophe, wenn diese noch weitgehend intakten Lebensräume abgebaggert und unwiederbringlich zerstört werden. Dieser Raubbau darf nicht weiter befeuert werden – denn eine echte Renaturierung der abgetorften Moore ist nicht möglich.“

Aus diesem Grund fordert der Umweltverband, den Torfverbrauch in Deutschland durch einen erhöhten Steuersatz auf torfhaltige Produkte zu senken. Im Gegenzug sollen torffreie Erden steuerlich begünstigt werden. Die Bundesregierung sollte darüber hinaus Anreize für den Erwerbsgartenbau schaffen, auf Torf zu verzichten und die Forschung auf diesem Gebiet intensiver unterstützen.

Hobbygärtner sollten Moore als Klimasenken erhalten

Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner greifen nach wie vor auf scheinbar bewährte Blumenerden zurück, wenn sie in Gärten neue Pflanzen setzen, Blumenkübel gestalten oder Balkonkästen neu bepflanzen. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jedes Jahr verbraucht, etwa zweieinhalb Millionen von Hobbygärtnern. Diese Menge in 50-Liter-Gartenerde-Säcke verpackt und hintereinander ausgelegt ergäbe eine Gesamtlänge von circa 40.000 Kilometern und entspricht einer kompletten Umrundung der Erde entlang des Äquators. Meißner weiter: „Viele Verbraucher wissen nicht, dass sich jede Menge Torf im Sack befindet, wenn sie Blumenerde kaufen. So leisten sie unbewusst der Zerstörung dieses so einzigartigen Lebensraumes weiter Vorschub.“

Moore beheimaten zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Goldregenpfeifer, den Hochmoorbläuling oder Sonnentau und binden zudem große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid. „Moore bedecken nur drei Prozent der Erde, speichern jedoch doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammengenommen“, erläutert der Naturschutzexperte die herausragende Bedeutung von Mooren gerade auch als CO2-Speicher. „Moore sind wahre Klimaschützer.“

Kematsrieder Moos Foto: W. Willnwr/BUND

Gartenfreunde und Blumenliebhaber, die Moore schützen und deshalb torffrei gärtnern wollen, können heute auf ein breites Sortiment an torffreien Erden zurückgreifen. So gibt es neben torffreien Universal-Erden verschiedener Hersteller auch solche für Anzucht, für Kräuter, für Gemüse, zum Pflanzen oder für Hochbeete. Zwar sind torffreie Erden etwas teurer, doch ihre Verwendung schont die Natur und schützt das Klima. Der BUND listet in seinem aktuellen „Einkaufsführer für torffreie Erden“ Anbieter und Produkte auf, um die Suche nach torffreier Blumenerde zu erleichtern.

Besser: Nur „torffreie“ Bumenerde verwenden

Der BUND rät zudem, beim Kauf auf die Kennzeichnung „torffrei“ oder „ohne Torf“ zu achten. Diese Erden sind in der Regel tatsächlich torffrei. Da der Aufdruck „Bio“ in diesem Bereich nicht geschützt ist, findet er sich oftmals auch auf Erden, die Torf enthalten. Hier hilft im Zweifelsfall der Blick auf die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten. Jedoch sind auch Torfersatzstoffe wie beispielsweise Rindenhumus begrenzte Rohstoffe, die nur langsam nachwachsen. Hinzu kommt der Energieverbrauch für Herstellung und Transport. Meißner abschließend: „Der beste Torfersatz ist daher Kompost, der auch von gewerblichen und kommunalen Kompostieranlagen bezogen werden kann. Wir rufen zudem dazu auf, Kräuter, Blumen und Gemüsepflanzen selbst anzusäen, um Torf in Fertigtöpfen und Plastikmüll in Form von Umtöpfen zu vermeiden.“

PM

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