„Badvertising“ gegen SUV

„Badvertising“ gegen SUV
Screenshot: The Guardian

Badvertising“ gegen SUV

Badvertising SUV
Badvertising SUV-Kampagne

Mit einem Werbeverbot für SUV (Sport Utility Vehicle) will eine Gruppe in Großbritannien den Kampf gegen die besonders umwelt- und klimaschädlichen Fahrzeuge starten. Andere Maßnahmen, wie die Verteuerung der Kosten für die Spritschlucker und Platzverschwender sollen folgen.

Ihre Vorbilder sehen die Aktionisten im Kampf gegen den Tabakrauch. Der dauerte zwar lange, aber er hatte Erfolg: Zigaretten qualmen gilt heute weltweit kaum mehr als Symbol von Freiheit und Abenteuer.

Die Argumente der SUV-Gegner sind nachvollziehbar: Die großen „Geländewagen für die Innenstädte“ verpesten – wie Zigaretten – die Atemluft. Wer sie einatmet kann krank werden. Die Parallele zur Antiraucherkampagne liegen für David Boyle und seine Mitstreiter Andrew Simms, Emilie Tricarico, Leo Murray und Robbie Gillett auf der Hand: SUV gefährden mit ihren Auspuff-abgasen wie Rauch der Zigaretten die Gesundheit unbeteiligter Personen.

Auch die überdimensionierten Karosserien zählen die Kampagnen-Mitglieder als Argument gegen die SUV auf. Sie verbrauchen zu viel Platz auf Straßen und Parkplätzen. Das gehe zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer.

Ziel ist die gesellschaftliche Ächtung der SUV
SUV Protest in Berlin Screenshot Guardian
Klima-Proteste auch gegen SUV Screenshot: The Guardian

Die SUV-Gegner setzen auf den Effekt, den Anfang der 1990er-Jahre in den USA der Report Growing Up Tobacco Free der US-Umweltbehörde EPA hatte. Er verdeutlichte die Gefahr des Nebenstromrauchs für die Nichtraucher im Umfeld von Rauchern.

Das brachte die Stimmung zum Kippen. Plötzlich war Rauchen nicht mehr Privatsache. Es wurde zur Gesellschafts-Angelegenheit. Jedem Menschen wurde dadurch klar, dass die Allgemeinheit für die Folgen des Privatgenusses Einzelner aufkommen und dafür bezahlen musste, indem sie etwa horrende Krankenkosten stemmen musste.

Ziel ist die gesellschaftliche Ächtung der SUV

Diesen Stimmungsumschwung streben Boyle und seine Freunde mit ihren „badvertising“-Anzeigen nun auch an. Ihr Ziel ist die gesellschaftliche Ächtung der SUV als Fehlverhalten für das jede und jeder andere bezahlen muss.

Ihnen ist aber schon jetzt klar: Das könne nur ein Anfang sein. Weitere Aktionen sollen folgen, die solche Fahrzeuge gesellschaftlich in Misskredit bringen können – und sollen.

pit

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