Biosprit: Ja! Weniger Autofahren: Nein!

Biosprit: Ja! Weniger Autofahren: Nein!
© acatech/Körber-Stiftung/Martin Künsting

Biosprit: Ja! Weniger Autofahren: Nein!

Veränderung ja, aber ohne Verzicht! So könnte man das Ergebnis des neuen TechnikRadars 2020 von acatech und Körber-Stiftung – erstmalig mit Schwerpunkt Bioökonomie – zusammenfassen.

„Wir sehen, dass nachhaltiges Wirtschaften den Deutschen grundsätzlich ein wichtiges Anliegen ist. Die Meinungsbildung zur Bioökonomie steht allerdings noch am Anfang. Das bietet die Chance, die Menschen mitzunehmen, um die enormen Potenziale, aber auch mögliche Nebenwirkungen in den Blick zu nehmen. Dafür brauchen wir mehr Wissensvermittlung, aber auch eine Debatte auf Augenhöhe mit denen, die diese Technologien entwickeln“, kommentiert Tatjana König, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung.

70,2 Prozent der Befragten finden, Deutschland müsse beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. 74,4 Prozent denken zudem, dass es zum Schutz der Umwelt notwendig ist, unseren Konsum zu reduzieren. Laut der repräsentativen Studie sind aber nur 40 Prozent beim Fleischkonsum und gerade einmal noch 29,5 Prozent bein Autofahren bereit zu persönlichen Einschränkungen,

Ja zu Alternativen für Plastik und Erdöl

Viele Kunststoffe wurden bisher aus Erdöl hergestellt. Eine deutliche 88,4 Prozent der Deutschen hält es laut TechnikRadar für sinnvoll, herkömmliches Plastik durch bioökonomische Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen zu ersetzen. Etwa 50 Prozent der Befragten versprechen sich dadurch zudem eine größere Unabhängigkeit von den internationalen Ölmärkten und Wettbewerbsvorteile für die deutsche Wirtschaft. Ebenso hält eine Mehrheit von 76,8 Prozent die Umwandlung biologischer Abfall- und Reststoffe wie Gülle, Restholz oder Kompost in Kraftstoffe für eine gute Sache, finanzielle Förderung inklusive. Allerdings  möchten 42,1 Prozent die Anlagen zur Gewinnung von Biosprit nicht ihrer Nachbarschaft haben.

Schwer tun sich die Befragten auch mit den Themen Ernährung und Gentechnik: Nur 40 Prozent sind der Ansicht, dass sich die Welternährung durch einen Verzicht auf Fleisch sicherstellen lässt. Auch eine Grünen Gentechnik, die im Zusammenhang mit der Bioökonomie diskutiert wird, wird von nur 14,9 Prozent der Deutschen befürwortet. Bei dieser Form der Züchtung werden Gene der eigenen oder einer fremden Art in das Erbgut von Pflanzen eingebaut, um sie gegen Krankheiten und Extremwetter widerstandsfähiger zu machen und Ernteerträge zu verbessern. Auf größere Zustimmung stoßen dagegen konventionelle Kreuzungsverfahren (59,7 Prozent).

Insgesamt zeigt die Studie, dass die übergeordneten Ziele der Bioökonomie von den Deutschen weitestgehend befürwortet werden. Mit konkreten Technologien und Maßnahmen oder der Änderung des eigenen Verhaltens tun sich viele allerdings deutlich schwerer.

Weitere Informationen: wissenschaftsjahr.de | acatech.de | koerber-stiftung.de

Die Studie zum Download gibt es hier:

 Download PDF (Deutsch)
 Download PDF-Zusammenfassung (Deutsch)

red

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