Das fossile Imperium schlägt zurück

Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen. Der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran und obwohl 195 Staaten am 12. Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris das Klimaschutz-Abkommen unterzeichnet haben, gewinnt man den Eindruck, es geht eher wieder zurück als vorwärts.

Cover: Murmann Verlag

Und das nicht nur durch Klimawandelleugner wie den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, auch in Deutschland ist man wieder von den erklärten Zielen abgerückt, die so erfolgreich begonnene Energiewende wurde ausgebremst und auch im neuen Koalitionspapier ist nicht zu erkennen, dass die ehemals gesteckten Klimaziele bis 2020 erreicht werden könnten.

Was ist geschehen? In ihrem neuen Buch "Das fossile Imperium schlägt zurück" erklärt Claudia Kemfert was agressive Propaganda und "Fakenews" der Energiewendegegener bewirken und wie die großen Energiekonzern versuchen, solange wie möglich auf Kosten künftiger Generationen Kasse zu machen.

"Das abgekartete Spiel der Gegener der Energiewende ist nicht neu. Schon lange stellen sie sich taub gegenüber allen nüchternen Zahlen und wissenschaftlichen Fakten, die ihre Mythen, die Machtstrukturen und Monopole entlarven könnten.Doch je deutlicher alles auf die globale Energiewende zusteuert, desto agressiver wird ihre Propaganda, desto dreister verbreiten sie all die Fehlinformationen und Behauptungen, die den Siegeszug der erneuerbaren Energie aufhalten sollen [...] In einer postfaktischen Welt gibt es keine Wissenschaft, keine demokratische Verfassung, keine Menschenrechte. Wollen wir das?"

Im zweiten Teil ihres Buches nimmt sich Claudia Kemfert 10 "Postfakts" vor und stellt, auch für Laien verständlich, sachliche Argumente und wissenschaftliche Fakten gegenüber und erklärt, was geschehen muss, damit die erneuerbare Zukunft gesichert werden kann. Beispiel:

"Postfakt: "Mit seinem Alleingang isoliert sich Deutschland und gerät international ins Abseits."

"Zitat: Schnell zeichnet sich ab: weder sorgten die erneuerbaren Energien für Blackouts, noch musste Deutschland große Mengen Atomstrom aus dem Ausland importieren. Im Gegenteil: Obwohl auf einen Schlag sechs Atommeiler abgeschaltet wurden, produziert Deutschland Strom im Überfluss [...] Von einer Gefährdung der Stromversorgung konnte keine Rede sein: Ausgerechnet der Energiewende-Vorreiter sichert die Grundlast jener Nachbarländer, die auf konventionelle Energien setzen."

Ein Fazit:

"Je länger wir an der alten Energiewelt festhalten, desto teurer wird uns das zu stehen kommen. Denn genau wie jeder Tag, den wir mit der Umsetzung der Energiewende zögern, Gewinne in die Kassen der fossilen Industrien spült, wird uns jeder Tag, den wir ungenützt verstreichen lassen, ein Vermögen kosten. Je länger wir warten, desto größer werden die Folgekosten unserer bisherigen Energieversorgung, desto höher die Anpassungskosten an den Klimawandel und desto teurer kommt uns die Nutzung der dreckigen fossilen und der riskanten atomaren Energie zu stehen."

 

Und damit die LeserInnen nicht ratlos zurückbleiben, gibt die Autorin zum Schluß noch eine Reihe von Handlungstipps, was jetzt zu tun ist und was jeder Einzelne tun kann. Ich meine, ein Buch, dass für alle, die sich mit den Themen Klima, Umwelt und Energie beschäftgien und nicht vom Fach sind, eine Pflichtlektüre sein sollte.

 

Cover

Claudia Kemfert

Das fossile Imperium schlägt zurück

Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen

Murmann-Verlag

14,90 €

144 Seiten

ISBN: 9783867745666

 

Bücher>>>>

 

Foto: Murmann Verlag

Claudia Kemfert leitet seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Sie ist eine mehrfach ausgezeichnete Forscherin und gefragte Expertin für Politik und Medien, unter anderem war sie Beraterin des ehemaligen EU-Präsidenten José Manuel Barroso. Claudia Kemfert wurde 2016 in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen und ist seit 2017 auch Mitglied im Präsidium der deutschen Gesellschaft des Club of Rome.

 

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