GLOBAL NET gegen Waffenhandel freigeschaltet

In einer Pressekonferenz in Berlin wurde der Informationspool www.gn-stat.org für den Widerstand gegen den weltweit steigenden Waffenhandel vorgestellt.

Foto: gn-stat.org

Nach der Berliner Pressekonferenz schaltete das Team von Friedensaktivistinnen und -aktivisten des GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE (GN-STAT) ihre Website mit dem ersten Fall frei.

„Das GLOBAL NET ist ein einmaliges Projekt, das aus der Erkenntnis erwachsen ist, dass die Rüstungsindustrie weltweit agiert. Waffenfirmen verschieben ihre Produktionswerke nach Belieben von Land zu Land, dorthin wo die Exportgesetze am laxesten sind. Die Absatzmärkte für Kriegswaffen sind verstärkt die Krisen- und Kriegsgebiete der Welt“, kritisiert Jürgen Grässlin, einer der Initiatoren des GN-STAT. „Dem setzen wir unseren Widerstand eines weltweiten Netzwerkes von Aktivist*innen, Journalist*innen, Kriegsfotograf*innen, Autor*innen, Filmemacher*innen, Whistleblowern, Ärzt*innen, Rechtsanwält*innen und Künstler*innen gemeinsam mit der sozialen Bewegung entgegen. Wir bringen Licht ins Dunkel der Machenschaften der tödlichsten Industrie – und das in jedem Winkel der Welt.“

Zum ersten Recherchefall des GN-STAT über den Genozid in Armenien 1915 erklärt Wolfgang Landgraeber:

„Nach monatelangen Recherchen können wir belegen, dass bei nahezu fast allen Aktionen des Jahre 1915 einsetzenden systematischen Völkermordes an mehr als einer Million Armeniern reguläre türkische Truppen und Angehörige der sog. ‚Gendarma‘ beteiligt waren.“ Der Münchner Filmemacher und Journalist klagt an: „Bei Mordaktionen griffen deutsche Offiziere, die in türkisch-osmanischen Generalstäben Dienst taten, aktiv in das Geschehen ein. Und: In der Mehrzahl waren die Aggressoren mit Gewehren der Oberndorfer Waffenschmiede MAUSER-Werke ausgerüstet, heute übernommen von Rheinmetall. Mehr noch: Die Firma Krupp aus Essen lieferte hunderte von Kanonen, die etwa beim Sturm auf den von Armeniern besetzten Berg Musa Dagh zum Einsatz kamen. Letztlich wurden 1,2 Millionen Menschen in den Tod getrieben – deutsche Exportwaffen lieferten die materielle Grundlage für den Völkermord.“

Die Website ist noch im Aufbau begriffen. Mit jedem Fall, der neu hinzu kommt, werden mehr Fakten, mehr Fotos, mehr Berichte über die schlimmsten Fälle, die Täter, die Unternehmen, die Opfer und den Widerstand gegen den internationalen Waffenhandel angeboten. Die Basissprache ist Englisch, zusätzlich werden die Fälle in die Weltsprachen übersetzt. Der erste Fall wurde in acht Sprachen veröffentlicht.

 

Den Originalartikel in ganzer Länge gibt es auf der Seite unseres Partners Pressenza...

 

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