Information oder PR: Jetzt greift die AfD an

AfD will die Meinungsführerschaft im Land: "Es geht darum, eine Art War Room aufzubauen", zitiert jetzt die Neue Züricher Zeitung Parteisprecher Christian Lüth nach dessen Aussage in der Süddeutschen Zeitung. Die AfD wolle, dass "unsere Inhalte ungefiltert an den Mann" kommen.

Screenshot: Grafik/NZZ/lea

Wer Information aus dem Newsroom mit kriegerischen Begriffen beschreibt, verwechselt da etwas!

 

Alice Weidel Foto: Wikimedia CC 4.0/Superbass

Um zu lernen wie ihre Partei uns Bürger mit ihren Meinungen erreichen kann, traf sich Fraktionschefin Alice Weidel nun laut NZZ im Züricher Hotel "Park Hyatt" mit keinem geringeren als Ex-Regierungsberater und Herausgeber des rechtsextremen US-Mediums "Breitbart News". Von Steve Bannon wollte Weidel erfahren, wie der für Donald Trump der Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten mit News in dessen Sinn versorgt und damit Stimmung für den Präsidenten macht.

 

AfD statt ARD: Das krude Medienverständnis der Rechtspopulisten

 

"Unser ambitioniertes Fernziel ist es, dass die Deutschen irgendwann AfD und nicht ARD schauen", zitiert die schweizerische Zeitung Alice Weidel. Sie bestätigt der NZZ, Fortschritte bei der Einrichtung des AfD-Newsrooms: Rund die Hälfte der zwanzig Stellen seien besetzt, und gerade entstehe ein TV-Studio in den Räumen des Jakob-Kaiser-Hauses, das zum Bundestag gehört.

 

Steve Bannon Foto: Wikimedia CC 2.0/Gage Skidmore

Zum Angriff auf die bisherige und von ihr stets kritisierte Medienlandschaft in Deutschland will die Rechtspartei laut der Zeitung "mit Social-Media-Aktivitäten, einen alternativen TV-Kanal nach dem Vorbild des FPÖ-TV in Österreich sowie einen alternativen News-Channel über die Arbeiten der Partei" starten.

Das Prinzip der AfD-Pressearbeit erklärt die NZZ freilich bescheidener: "Journalistische Arbeit scheint nicht gefragt zu sein", folgert die Zeitung aus einem Treffen mit Weidel. Es werde wohl eher schwer, wirklich kompetente Journalisten für dieses Projekt zu begeistern. "Hinter dem Label Newsroom verbirgt sich klassische PR-Arbeit. Eigentlich klingt es nach einem eher bescheidenen Projekt: Die von der deutschen Presse geschmähte Partei will mehr positive Resonanz, sie schafft sich einen Kanal, wo sie niemand 'Nazi' nennt und am Ende nicht immer sie die Dummen sind."

Mit guter Politik statt Polemik könnte sie das auch erreichen - aber da zeigt nicht nur die AfD, dass sie das (noch?) nicht verstanden hat.

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