Rumänien ein Alptraum der Menschenrechte

Elf Jahre nach seinem EU-Beitritt versucht Rumänien zwar, sich raus zu putzen, aber Armut und Korruption haben das Land nach wie vor fest im Griff. Nur Bulgarien liegt als EU-Mitgliedsland in der Armutsskala noch vor Rumäninnen.

Justizvollzugsanstalt Rahova, Bukarest Bild: Daniel Mundin

Direkt im Zentrum von Bukarest leben die Ausgestoßenen im Untergrund in den ehemaligen Heizungstunnels der rumänischen Hauptstadt.

Daniel und Matthias wollten wissen, in was für Zuständen Menschen in der Europäischen Union immer noch leben müssen. Und sie wollten helfen, sie mit dem Nötigsten zu versorgen, zeigen, dass es Solidarität gibt, auch wenn das Elend nicht immer direkt an unsere Tür klopft, wie damals, als die Flüchtlingswelle in Deutschland ankam.

Dass die rumänische Verwaltung korrupt ist, wussten sie und auch der Tatsache, dass die Homophobie im Osten Europas bizarre Ausmaßen annehmen kann, war sich das junge Ehepaar bewusst. Nie hätten sie sich allerdings vorstellen können, was für ein Alptraum auf sie zukommen sollte.

Im August 2014 gab es ein Werbeangebot für 15 Euro nach Rumänien zu fliegen. Die beiden entschlossen sich spontan, für ein paar Tage die Hauptstadt zu besuchen. Nach Ankunft am Bukarester Bahnhof war sofort klar, dass die skandalösen Berichte aus den Medien im Vergleich zur angetroffenen Realität fast harmlos erschienen.

Hinter einem der Ausgänge stank es bestialisch, es war ein Gemisch aus Fußschweiß, Urin und einem ätzenden Lack. Direkt auf dem belebten Bahnhofsvorplatz neben einer staatlichen Klinik krochen Menschen minütlich aus den verschiedenen Löchern in den Straßen. Einige halfen sich gegenseitig eine Substanz zu spritzen, direkt vor den Augen der dort lebenden Jugendlichen, der Bevölkerung, und der Polizei [...]

Aurolac-Konsument vor dem Bahnhof București Nord Bild: Daniel Mundin

Die rumänische Bevölkerung kennt diesen Anblick. Doch anstatt zu helfen, wendeten sich die Blicke vom Elend ab [...] Unvergessen sind die erschreckenden Bilder aus rumänischen Waisenheimen nach dem Ende des Regimes von Nikolae Ceausescu, die verwahrloste Kinder zeigten, welche teilweise im eigenen Kot und verfaultem Stroh saßen und sich apathisch hin und her wiegten. Diese Kinder sind heute erwachsen und viele von ihnen leben in ehemaligen Heizschächten und Abwasserkanälen unter der Erde. Zu ihnen ist die nächste Generation verwahrloster Kinder und Jugendlicher gestoßen und zusammen bilden sie eine Lebens- und Leidens-Gemeinschaft im Untergrund der rumänischen Hauptstadt [...]

Bei ihrem zweiten Besuch wurden die beiden von einigen Bewohnern der Heizungstunnels angesprochen. Die Menschen waren neugierig und die beiden wurden akzeptiert, inmitten des Ghettos vor dem Bahnhof.

Finanziell konnten sie nicht zur Unterstützung beitragen, deshalb brachten sie warme Kleidung mit, kochten gemeinsam mit Obdachlosen und ermöglichten es zwischendurch, dass diese sich waschen konnten. So entstand Vertrauen und mittels Gesprächen versuchten sie, den Konsum der Lackdroge dieser Jugendlichen zumindest zeitweise zu reduzieren. Nach diesem Besuch hielten sie über Facebook weiterhin Kontakt [...]

Bei ihrem zweiten Besuch wurden die beiden von einigen Bewohnern der Heizungstunnels angesprochen. Die Menschen waren neugierig und die beiden wurden akzeptiert, inmitten des Ghettos vor dem Bahnhof [...]

Dass Matthias und Daniel einerseits die Missstände anprangerten und außerdem im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen versuchten, löste Missfallen bei Behörden aus und außerdem eröffneten sich so Möglichkeiten für Mitglieder des Rumänischen Informationsdienst SRI (Nachfolgeorganisation der Securitate) und der örtlichen Polizei, sich finanziell zu bereichern....

Autor: Reto Thumiger

Die komplette Geschichte kann bei unserem Partner Pressenza nachgelesen werden...

(Fotoreportage von Daniel Mundin)

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