Bolsonaro-Regierung muss indigene Völker schützen

Bolsonaro-Regierung muss indigene Völker schützen
Foto: Survival International

Gericht weist Bolsonaro-Regierung an, Brasiliens indigene Völker zu schützen

Lorenzo Poli

Am Montag, dem 24. Mai, wies das Oberste Bundesgericht Brasiliens (STF) die Regierung von Jair Bolsonaro an, „notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen, um die indigenen Völker in den Gebieten der Yanomami und der Munduruku in den Bundesstaaten Roraima, Pará, Amazonas und Mato Grosso zu schützen. Die Entscheidung des Bundesrichters Luis Roberto Barroso ist eine Antwort auf die am 19. Juni eingereichte Klage der Vereinigung der indigenen Völker Brasiliens (Apib), die die Entfernung der illegalen Bergbauarbeiter aus den Gebieten der Yanomami und Munduruku fordert.

Die Yanomami- und Munduruku-Gemeinden im Munduruku-Territorium, das sich im Bundesstaat Pará befindet und von etwa 12.000 Indigenen bewohnt wird, sind Opfer systematischer Angriffe durch illegale Bergbauarbeiter mit Waffen und Bomben geworden, die bereits den Tod von mindestens zwei Yanomami-Kindern verursacht haben.

Luis Roberto Barrosos Urteil beauftragte die Regierung, „sofort alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Leben, die Gesundheit und die Sicherheit der indigenen Völker zu schützen, die in den Gebieten der Yanomami und Munduruku leben“. Der Bundesrichter legte eine Reihe von Verfahren fest, die von den Bundesbehörden zu befolgen sind, um die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.

Am 10. Mai berichtete die Yanomami Hutukara Association (HAY) von einem Zusammenstoß mit illegalen Bergbauarbeitern, die in die Gemeinde Palimiu im Bundesstaat Roraima eingedrungen waren, wobei vier Bergbauarbeiter und eine indigene Person durch Schüsse verletzt wurden.

Seit 2020 warnen die indigenen Yanomami vor der extrem angespannten Situation in ihrem Reservat, das mit 96.000 Quadratkilometern, verteilt auf die Bundesstaaten Roraima und Amazonas, das größte Brasiliens ist.

Indigene Vereinigungen und Umweltorganisationen prangern die Anwesenheit von etwa 20.000 illegalen Bergbauarbeitern im Yanomami-Territorium an und betonen dabei, dass diese auch einer der Hauptfaktoren für die Ansteckung der indigenen Gemeinden mit dem Coronavirus sind.

Übersetzung aus dem Italienischen: Evelyn Rottengatter vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam

Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen unserer Medienpartnerschaft mit Pressenza

Über den/die Autor*in

Lorenzo Poli

Lorenzo Poli, geboren in Brescia, begann nach dem Abitur den Studiengang Politikwissenschaft Internationale Beziehungen Menschenrechte an der Universität Padua. Seit einigen Jahren beschäftige er sich als Autodidakt mit Völkern, die gegen den Imperialismus kämpfen, mit Lateinamerika, mit Konflikten im Nahen Osten, insbesondere Palästina aus dekolonialer Perspektive. 2019 war er an der Gründung von Progetto EcoSebino beteiligt, einem ökosozialen Erneuerungsprojekt, das die Kämpfe für Umweltgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit im Gebiet des Iseosees verbindet. Er arbeitet mit Il Periodista zusammen und hat 2016 seinen ersten Roman ‚Light beyond the Dark‘ veröffentlicht, herausgegeben von MarcoSerraTarantola Editore.

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