Der aktuelle CO2-Gehalt der Atmosphäre

Der aktuelle CO2-Gehalt der Atmosphäre
Grafik: NOAA Climate.gov, NCEI

global° veröffentlicht täglich den CO2-Gehalt der Atmosphäre

Der Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Zeit bis zum Jahr 2017 betrug nach Angaben des Weltklimarates (IPCC) etwa 1°C. 2016 war mit ca. 1,1°C das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. 17 der 18 wärmsten jemals gemessenen Jahre gab es seit der Jahrtausendwende, die vier wärmsten Jahre waren in absteigender Reihenfolge 2016, 2017, 2015 und 2018. 2020 war das zweitwärmste Jahr seit Aufzeichnung!

2013 hat die vom Mauna Loa Observatory auf Hawaii gemessene mittlere Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Erdatmosphäre erstmals die Schallmauer von 400 ppm (parts per million) erreicht. Das Observatorium liegt übrigens auf einem der größten aktiven Vulkane der Erde, eben dem Mauna Loa. Zu Beginn der industriellen Revolution lag das CO2 in der Atmosphäre bei 280 ppm. Als 1958 die ersten Messungen in Mauna Loa durchgeführt wurden, waren es bereits 315 ppm und 1986 schon 350ppm. 2008 veröffentlichte der NASA-Professor James Hansen eine Studie, die besagt, dass der Wert von 350 ppm nicht dauerhaft überschritten werden dürfe, wenn das 2-Grad-Ziel noch erreicht werden soll.

 

co2 trend all gl 2020

Da der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre so dramatisch angestiegen und ein symbolisches Maß für die globale Erwärmung ist, haben wir uns entschlossen, dem Beispiel des Guardian zu folgen und die täglichen aktuellen Durchschnittswerte auf globalmagazin zu veröffenlichen. Quelle dafür sind die Messwerte der amerikansichen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA. Wir wollen damit deutlich machen, welchen Anteil wir alle am Temperaturanstieg sowie den Hitzewellen, Stürmen und Dürreperioden haben. Der Klimawandel ist kein künftiges Problem mehr – wir müssen jetzt handeln, wenn wir ihn noch auf einem für uns erträglichen Maß stoppen wollen. Denn die Frage bleibt: Wieviel Klimawandel ist die Menschheit bereit zu ertragen und zu welchen Kosten?

hjo

3 Gedanken zu “Der aktuelle CO2-Gehalt der Atmosphäre

  1. Machbarkeitsvorstellung der Welt
    es ist interessant zu sehen, dass die Menschen glauben, sie könnten die Welt steuern. Zwar hat der Mensch einige Einsicht, deswegen kann er die Erde und ihre Geschicke doch nicht so steuern wie er plant—das hat noch nie Funktioniert. Früher versuchten etwa Europäer, die Welt zu kolonialisieren und als Territorien zu beherrschen, was misslang. Nichtsdestotrotz meint man nun, man könne anderen Völkern oder Staaten die eigenen Pläne aufzwingen. Auch das wird scheitern–sie haben ihre eigenen Ziele, das ist zumeist Wohlstand, günstige Elektrifizierung, Mobilität, Klimatisierung, Unterhaltungselektronik etc. Weder die Afrikaner noch Südamerikaner oder Asiaten werden sich nach westlichen Plänen verhalten, das kann man schon sicher vorhersagen. Der Gang der Welt und Dinge war immer unplanbar, man sehe sich nur die Vergangenheit an. Wie wäre es umgekehrt und die Europäer richteten sich nach den Vorstellungen der Dritten Welt? Billige Autos und Fernseher liefern, günstigen Strom bereitstellen (das kann nicht überwiegen durch Photovoltaik sein, da die Sonne nur einige Stunden am Tag, manchmal gar nicht scheint und imaginierte Energiespeicher für nichts praktisches nutzbar sind, machbare aber den Stom deutlich verteuern.

  2. Ich habe 1979 meine Ausbildung beim Deutschen Wetterdienst begonnen. Bereits zu Beginn wurden uns hierbei der erwartete Temperaturanstieg und die dramatischen Folgeerscheinungen erstaunlich exakt gelehrt. Auch später um die Jahrtausendwende kamen erweiterte Berechnungen der ETH Zürich zum selben Ergebnis: bei ~440ppm verselbstständigt sich die Erderwärmung aufgrund mehrfacher Rückkopplungen. Der Temperaturanstieg zum Ende des Jahrhunderts wird ~3,4° erreichen. Bisher hatte alles gestimmt. Leugner der bekannten und sehr gut erforschten Zusammenhänge lade ich gerne zu einer offenen Faktenanalyse ein.
    Wir haben nur noch ~7 Jahre Zeit (für einen abgeschlossenen Übergang zu klimaneutralem Leben incl. Wirtschaften):
    Es muss sofort der Onshore-Windausbau massiv forciert werden (nur so kann rasch die gewaltige Menge an grünem verwertbarem Strom kostengünstig erzeugt und genutzt werden).
    Statt Subventionen sollte der Klimagasausstoß gerecht eingepreist werden (~700€/t CO2 und pro entwichener t Methan 1.400€ – Methan erwärmt zwar viel stärker als CO2, baut sich aber in 9 bis 12 Jahren vollständig ab, CO2 verfällt nur sehr langsam). Für die wichtigsten Konsumgüter müssen die Klimafolgen (ähnlich der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln) deutlich aufgezeigt werden.

  3. Es ist ja schön und gut wie Sie die CO2-Enwicklung minutiös verfolgen und auf dramatische Art grafisch darstellen (X-Achse bei Y = 320 ppm!). Viel entscheidender ist aber die Frage, wie sensitiv das Klima überhaupt auf die CO2-Konzentration anspricht. Da geben ja selbst Mainstreamwissenschaftler zu, dass sich dies kaum abschätzen lässt. Einfach alle anderen Effekte auf das Klima wegzuleugnen und zu behaupten, dass es eine 1:1 Korrelation zwischen CO2-Konzentration und Temperatur gibt, ist sehr unseriös, wie auch immer anzunehmen, dass es nur verstärkende Rückkopplungs- und keine Dämpfungsmechanismen gäbe. Auf so einer dünnen Basis die Politiker zu nötigen, Billionen zu versenken ist meiner Meinung nach absolut verantwortungslos.
    PS: Wenn wir davon ausgehen, dass momentan die Temperaturen tatsächlich etwas ansteigen (und das bezweifle ich auch nicht), was ist daran so sensationell, dass die wärmsten Jahre in der kürzlichen Vergangenheit liegen? Alles andere wäre eine Sensation!

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