Deutschland will sich mehr für Artenschutz einsetzen

Deutschland will sich mehr für Artenschutz einsetzen
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Deutschland will sich mehr für Artenschutz einsetzen

Deutschland für mehr Artenschutz: Die Regierung will der weltweiten Koalition der Staaten beitreten, die den Schutz der Artenvielfalt zum Ziel hat. Das melden Medien vor dem virtuellen Auftritt der Kanzlerin bei der Pariser High Ambition Coalition for Nature and People (HAC).

Gemeinsam mit mehr als 50 weiteren Regierungen will die Koalition bis 2030 mindestens 30 Prozent der Erde schützen. Dieses globale Ziel soll im Rahmen der neuen UN-Biodiversitätsstrategie für 2030 auf der diesjährigen 15. Vertragsstaatenkonferenz der CBD (Übereinkommen zur biologischen Vielfalt) im chinesischen Kunming verabschiedet werden.

Wie die Plattform RiffReporter meldet,werde Angela Merkel während der derzeit von Frankreichs Staatschef Macron einberufenen Konferenz in Paris, den Beitritt ihres Landes verkünden.

Gipfeltreffen zum Artenschutz

Die HAC ist eine von Frankreich und Costa Rica ins Leben gerufene zwischenstaatliche „Koalition der Willigen“ für ambitionierten weltweiten Naturschutz. Ziel ist es, beim Gipfeltreffen der Konvention über biologische Vielfalt (CBD) im Herbst zu erreichen, dass künftig jeweils 30 Prozent der gesamten Land- und Meeresfläche der Erde unter Schutz gestellt werden.

Damit soll das Artensterben bekämpft und die Natur weltweit bis 2030 auf einen Pfad der Erholung gebracht werden.

Nutzen von Naturschutz überwiegt Kosten

Deutschland habe sich bereits am Rande des UN-Naturschutzgipfels im Herbst im Rahmen einer von mehr als 70 Staaten unterzeichneten „Zusage an die Natur“ – dem Leaders Pledge for Nature – zu mehr Anstrengungen für die biologische Vielfalt verpflichtet, schreibt die Plattform.

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Foto: Jochen schaft/Pixabay CC/PublicDomain

Mit dem Bekenntnis zum 30-Prozent-Ziel folge die Bundesregierung nun den dringenden Empfehlungen wissenschaftlicher Institutionen, schreibt auch das Nachrichtenportal Presseportal. Diese forderten schon länger deutlich erhöhte Anstrengungen zum wirksamen Schutz global wichtiger Land- und Meereslebensräume als entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der Biodiversitäts- und Klimakrise. Darauf habe Georg Schwede, Europachef der Campaign for Nature verwiesen. Der EU Umweltrat hatte unter Führung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft bereits im letzten Oktober das 30-Prozent-Ziel als einen Eckpfeiler der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 verabschiedet.

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Dabei handelt die deutsche Regierung nicht ausschließlich zur Stärkung des Naturschutzes. Dass dieses Ziel auch ökonomisch sinnvoll sei, zeige die bisher umfassendste unabhängige Studie vom vergangenen Juli zu den ökonomischen Leistungen von Schutzgebieten. Der Studie zufolge überwiegt der Nutzen die Kosten von Schutzgebieten in einem Verhältnis von mindestens 5:1. Zudem förderten Schutzgebiete das Wirtschaftswachstum mehr als andere Landnutzungsformen, wie Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft. Auch für die Bewältigung der Klimakrise und zur Vermeidung zukünftiger Pandemien seien mehr Schutzgebiete unverzichtbar, so die Studie.

Verdoppelung der jetzigen Finanzzuschüsse für Artenschutz

„Mit dem Bekenntnis zum 30-Prozent-Ziel muss Deutschland jetzt auch deutlich tiefer in die Tasche greifen, um die Umsetzung dieses ehrgeizigen Ziels unter Anerkennung und Unterstützung der Rechte indigener Völker zu unterstützen“, betonte Georg Schwede. Er forderte mindestens eine Verdopplung der derzeitigen internationalen finanziellen Beiträge zum Schutz der Biodiversität.

Zudem müssten mindestens 30 Prozent der deutschen Finanzmittel für den internationalen Klimaschutz in sogenannte Nature based Solutions fließen.

Davon sollten vor allem der Schutz und die Wiederherstellung von Tropenwäldern und Küstenökosystemen profitieren. Diese hätten eine herausragende globale Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Klimaschutz, so Georg Schwede. Dies sei auch ein Ergebnis eines kürzlich vorgelegten Reports von Experten des World Resources Institute (WRI), in Washington.

red/PM

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