Die neuen Protestformen von Fridays for Future

Die neuen Protestformen von Fridays for Future
Screenshot: zeit.de

Die neuen Protestformen von Fridays for Future

zeit.de: Die Corona-Krise erschwert es Protestbewegungen wie Fridays for Future, sich zu entfalten. Die Aktivisten versuchen es nun mit sanftem Lobbyismus – und haben Erfolg.

Im vergangenen April, noch in der ersten Corona-Welle, versuchten sie es mal: einen Klimastreik ohne Streikende. Auf der Wiese vor dem Bundestag lagen etwa 10.000 Demoplakate, zugesendet aus ganz Deutschland. „Fight every crisis„, bekämpft jede Krise, stand in der Mitte, gut sichtbar auf den Luftaufnahmen. Gute Bilder produzieren, das können Fridays for Future sogar während einer globalen Pandemie. Doch natürlich fehlt wegen der Kontaktbeschränkungen trotzdem etwas, vor allem innerhalb der Bewegung. Es begeistert und motiviert eben, in einer großen Masse Demosprüche zu skandieren, für den Kohlestopp zu hopsen oder Lieder zu singen. Ein Gemeinschaftsgefühl, das über digitale Streiks nicht herzustellen ist. Und auch nicht über Bilder von Plakaten vor dem Bundestag. 

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„Unsere Organisation lebt davon, dass viele Menschen die Klimakrise als die entscheidende  Krise unserer Zeit erkannt haben“, sagt Frontfrau Luisa Neubauer im Videotelefonat. „Es hätte auch sein können, dass wir diese Pandemie nicht so gut durchhalten.“ Die Massenproteste vor der Krise hatten auch dazu gedient, viele Menschen zu mobilisieren und zu motivieren. Und das fiel in der Pandemie plötzlich weg. Die Bewegung hätte daran kaputtgehen können, kleiner werden und unbedeutend.

Und so schien es anfangs auch. Nicht nur weil die großen Proteste nicht mehr möglich waren, sondern auch weil sich die Prioritäten änderten. Wenn eine Krise aufkommt, die akute und plötzliche Gefahren mit sich bringt, dann rückt die Krise, deren Auswirkungen vor allem in der Zukunft liegen, in den Hintergrund. „Fridays for Future haben es außergewöhnlich schnell geschafft, viel mediale Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zu lenken“, sagt Moritz Sommer, der zu Protestbewegungen forscht und im Herbst mit Sebastian Haunss ein Buch über Fridays for Future veröffentlicht hat. „Die Aufmerksamkeit fiel jetzt noch viel schneller weg, als sie da war, weil die Corona-Krise alle auf sich zog.“

Doch umso mehr sich die Menschen an Corona gewöhnten, desto mehr rückten Fridays for Future wieder in die Öffentlichkeit… weiterlesen

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