DUH fordert mehr „Platz für die Radfahrer“

DUH fordert mehr „Platz für die Radfahrer“
Foto:Joost Korporaal/Pixabay CC/PublicDomain

DUH fordert mehr „Platz für die Radfahrer“

Zum Tag des Fahrrads (3. Juni) fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine beschleunigte Umwidmung von Verkehrsflächen in Fahrrad-Straßen und Pop Up Radwege. Darüber hinaus soll in allen Stadtgebieten Tempo 30 eingeführt werden.

Der Umweltverband zieht zudem Zwischenbilanz zu seinem in zwischenzeitlich 203 Städten gestellten Anträgen zur kurzfristigen und erst einmal temporären Schaffung von breiten und abgesicherten zusätzlichen Fahrrad-Straßen. 108 Städte haben sich mit dem DUH-Antrag beschäftigt – mit unterschiedlichem Echo. Nach anfänglichem Widerstand, schreibt der Verband in einer Pressemeldung, „erkennen immer mehr Kommunalpolitiker die Chance für einen beschleunigten Umbau ihrer Autostädte“.

Nach Druck der Bürger: Stuttgarts Bürgermeister gibt Radlern mehr Platz

Selbst der Baubürgermeister von Stuttgart, der den DUH-Antrag rundweg ablehnte, nach massiven Protesten aus der Bevölkerung und einem Protest-Fahrradweg ausgerechnet vor dem Mercedes-Werksgelände habe nun aber seine Meinung geändert und die ersten beiden Pop Up-Radwege zugelassen.

„Die Bürger danken eine fahrradfreundliche schnelle Reaktion auf die Corona-Pandemie mit bisher nicht gesehenen Rekordwerten an Radfahrerinnen und Radfahrern praktisch bundesweit“, schreibt die DUH.

Deutsche Städte könnten etwa von Brüssel lernen

Die Umweltschützer fordern Bundesverkehrsminister Scheuer auf, die Kommunen bei der Umwidmung von Straßenflächen mit Bundesmitteln zu unterstützen. Nur mit genügend Platz könnten, so die DUH, sich die Menschen auf dem Rad sicher und mit ausreichendem Abstand bewegen. Personen, die nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren können oder wollen, müssten mit dem Fahrrad eine gute Alternative zum Auto haben. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Die Menschen erobern die Städte mit ihrem Fahrrad zurück. Gerade jetzt brauchen wir mehr Fahrrad-Straßen und Tempo 30. Während Paris, Mailand und Brüssel mutig das Auto aus der Innenstadt drängten und Fußgängern und Radfahrern mehr geschützten Raum schafften, „tasten sich erste deutsche Städte nur vorsichtig an den Radfahrerschutz heran“.

Vorreiter in Deutschland ist Berlin. Laut Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg reduzieren temporäre Radwege insbesondere die Planungskosten für langfristige, bauliche Radwege deutlich. Während alleine die Planungskosten im Normalfall bei nur 40.000 Euro pro Kilometer liegen, kostet die Umsetzung von temporären Radwegen noch weniger, nämlich 9.500 Euro pro Kilometer. Die spätere Umsetzung und insbesondere die Planung werden durch temporäre Radwege deutlich günstiger.
Die Umsetzung baulicher Radwege benötigte bisher 2 bis 10 Jahre. Die Umsetzung temporärer Anlagen lediglich 3 bis 10 Tage.

PM

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