E-Waste Races: Schul-Projekt sammelt Elektroschrott

E-Waste Races: Schul-Projekt sammelt Elektroschrott
Pressebild: Das macht Schule

E-Waste Races: Deutschlandweites Schul-Projekt sammelt Elektroschrott

Allein in Deutschland fallen jährlich 1,7 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikschrott an (quarks.de). Weniger als die Hälfte wird in Deutschland ordnungsgemäß recycelt. Dadurch wächst die Gefahr von Umweltschäden und Wertstoffe gehen unwiederbringlich verloren. Die gemeinnützige Initiative „Das macht Schule“ holt nun ein Erfolgsmo­dell aus den Niederlanden nach Deutschland und startet nach den Sommerferien die ersten E-Waste Races in Deutschland – für mehr Bewusstseinsbildung und eine Verhaltensänderung in den Haushalten.

E-Waste Race wurde 2014 in den Niederlanden von Timmy de Vos gegründet und ist an über 1.000 Schulen gelaufen. Jedes einzelne Projekt war ein Riesenerfolg. Hierbei wurden pro E-Waste Race durchschnittlich 13.445 kg Schrott gesammelt und 19.766 kg CO2-Emissionen eingespart. 2021 hat das Projekt den Circular Award Public Netherlands gewonnen. 2017 gewann es den Energy Globe Award Netherlands, eine prestigeträchtige Auszeichnung mit 178 teilnehmenden Ländern, mitorganisiert von den Vereinten Nationen.

Das E-Waste Race verbindet Umweltbildung mit einem Wettbewerb. In einer vierwöchi­gen Sammelaktion werden Schülerinnen und Schüler Elektroschrott in ihrer Nachbar­schaft sammeln und sich dabei aktiv mit Recycling und den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt auseinandersetzen. Dies fördert ökologisches Bewusstsein und nachhaltiges Handeln. Wertvolle Rohstoffe werden wieder in den Kreislauf zurückgeführt. In der Regel treten zehn Schulen gemeinsam an. Dabei werden im Schnitt 14 Tonnen Elektro- und Elektro­nikschrott gesammelt. Wer am fleißigsten sammelt, gewinnt einen Schulausflug.

Bernd Gebert, Gründer von „Das macht Schule“ : „Die Jugend sieht Umwelt- und Klimaschutz als wichtigstes Problem. Sie gibt sich nicht mehr mit Sonntagsreden zufrieden und will aktiv werden. Viele Schulen wollen dieses Engagementpotenzial kanalisieren und fragen nach entsprechenden Projektformaten. Deshalb freuen wir uns, dieses Format zukünftig im gesamten deutschsprachigen Raum anbieten zu kön­nen.“ Das entspricht auch dem vielfachen Wunsch nach mehr ökologischer Bildung, die nach der Rio-Erklärung (Bildung für nachhaltige Entwicklung – BNE) bereits seit 1992 zum Pflichtprogramm der Schulen gehören sollte, wie es auch Fridays for Future fordert. „Die Pandemie kann nicht länger ein Grund sein, jetzt notwendige Aktionen aufzuschieben“, so Gebert. Geholfen hat dabei eine Förderung Swiss Life Stiftung für Chancenreichtum und Zukunft, um das Projektformat so zu überarbeiten, dass es auch unter einschränkenden Pandemie-Bedingungen wirkungsvoll umgesetzt werden kann.

Untersuchungen der Technischen Universität Eindhoven haben gezeigt, dass das Projekt positive Verhaltensänderungen und mehr Bewusstsein bei den Schülern und ihrem direkten Umfeld – wie   Eltern und Lehrer – für Recycling von Elektroschrott bewirkt. Jeweils mit von der Partie ist das örtliche Entsorgungsunternehmen, das für das fachgerechte Recycling sorgt.

Kommunen wie auch Schulen, die in ihrer Region ein E-Waste Race durchführen möchten, können sich bei „Das macht Schule“ melden. Auf das erste Race in Hamburg folgen noch in diesem Herbst eines in Berlin und in NRW. Für 2022 sind mindestens zehn E-Waste Races geplant, in unterschiedlichen Städten mit jeweils zehn Schulen. Dafür ar­beitet „Das macht Schule“ jeweils mit einem lokalen Sponsor (z.B. Kommune, Förderstiftung oder Unternehmen) zusammen und übernimmt die Organisation vor Ort. Die Anpassung der Prozesse aus den Niederlanden für Deutschland wurde durch eine großzügige Initialförderung der Aurubis AG, einem der größten Kupferrecycler und weltweit führenden Multimetall-Unternehmen, ermöglicht.

Mehr Informationen: www.das-macht-schule.net/wir-fuer-die-umwelt.

hjo

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