EBI: „Bienen und Bauern retten!“

EBI: „Bienen und Bauern retten!“
Foto: Marian Juwan/Pixabay CC/PublicDomain

EBI: „Bienen und Bauern retten!“

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) lanciert eine Initiative, deren Ziel eine „blühende Zukunft in ganz Europa … wie früher“ sein soll.

Es geht um eine „bienenfreundliche Landwirtschaft für eine gesunde Umwelt“, wobei Bienen (vor allem Wildbienen!) stellvertretend für all die bedrohten Insekten stehen. Außerdem kann der Mensch nur davon profitieren in einer intakten, gesunden Umwelt zu leben.

Ob unter dem Motto „Klatschmohn“ wie in Frankreich oder unter „Malser Widerstand“ in Italien, der Tenor, der sich dahinter verbirgt, ist der Gleiche: Genug ist genug!

Es hat dazu geführt, dass verschiedene Akteure auf europäischer Ebene sich zusammengetan haben, um die EBI „Bienen und Bauern retten!“ ins Leben zu rufen, in der sie die europäische Kommission auffordern „den Einsatz synthetischer Pestizide bis 2035 schrittweise zu reduzieren und die Landwirte bei der Umstellung zu unterstützen“. Es ist an der Zeit, die Kräfte zu bündeln und geschlossen Front zu machen, um sich weltweit von diesen toxischen, hochgiftigen chemischen Cocktails zu befreien, deren Liste sehr lang ist: Pestizide, Herbizide, Fungizide, usw. Aber zuerst kehren wir vor der eigenen Tür und fangen schon mal in Europa an.

PAN Internationals Kampf um eine gesunde Ernährung

Auf der Webseite vom Internationalen Netzwerk PAN – Physicians Association for Nutrition (http://pan-international.org/), zu dem auch PAN Germany zählt (https://pan-germany.org/), liest man Folgendes: „Ungesunde Ernährung war 2017 für 10,9 Millionen, also 22 Prouzent der Todesfälle bei Erwachsenen verantwortlich.“ Weiter heißt es: „Ungesunde Ernährung ist weltweit für mehr Todesfälle verantwortlich als Tabak, Bluthochdruck oder andere Gesundheitsrisiken.“

Diese Hiobsbotschaften stammen aus der Studie: Global Burden of Disease Study von 2017 (über globale Kosten von Krankheiten). Rechnet man die Kosten, die die heutige Landwirtschaft verursacht, dazu, kommt man in die Milliarden, ohne überhaupt von der Vernichtung von Lebensgrundlagen zu reden.

Europäische Partner

Seit mehr als drei Jahrzehnte beteiligt sich das PAN-Netzwerk an der von Générations Futures aus Frankreich initiierten „Internationalen Woche gegen Pestizide“, die sich jedes Jahr im März wiederholt (leider in diesem „Jahr des Coronavirus“ abgesagt!). NGOs können sich übrigens den Aufruf zum Verbot von Pestiziden anschließen.

In Italien hat das „Wunder von Mals“ 2018 reichlich für Aufregung gesorgt, aber nicht nur im Südtirol ist eine Bewegung entstanden, sondern auch in Treviso, in der Provinz, aus der der DOC-Prosecco stammt. Dort gibt es jetzt schon das dritte Jahr in Folge einen Aktionstag gegen Pestizide mit lokalen Demos ().

In der Schweiz wurde ebenfalls gehandelt gegen Pestizide und zwar eine Eidgenossische Volksabstimmung für „eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“ abgelehnt, aber eine zweite läuft, in der es um besseren Wasserschutz geht und deren Text auch eine deutliche Reduzierung des Pestizidverbrauchs bedeuten würde.

Es gibt genügend Beweise

Man braucht nur den Bericht vom Umwelt Institut München zu lesen (s.u.), um sich zu vergewissern, dass wir regelrecht vergiftet werden, auch wenn wir Gesundes zu essen glauben und manche Substanzen bei uns nicht mehr erlaubt sind. In den Erzeugerländern, wo die Produktion verlagert bzw. ausgeweitet wurde, findet weiterhin die größte Vergiftung statt: importiertes Obst oder Gemüse ist bei uns im Laden oft mit diesen Mitteln belastet. Außerdem werden endokrine Disruptoren, wie zum Beispiel im Herbizid Atrazin enthalten, laut einer Broschüre der NGO WECF, mit einer gestörten Weiblichkeit in Verbindung gebracht.

Es kann nicht sein, dass überall der Profit vor unserer Gesundheit kommt und wir dabei zusehen! Also ist es nur noch eine Frage der Zeit bis wir die Giganten der Chemie-Industrie in die Knie zwingen und eine vernünftigere, intelligentere, zukunftorientierte Landwirtschaft und eine Kursberichtigung bei der GAP verlangen, denn alles hängt zusammen. Deshalb bitte unterstützt die Europäische Bürgerinitiative und teilt sie fleißig mit – auch unter euren ausländischen Freunden, jetzt ist gerade genügend Zeit dafür vorhanden, denn Corona wird uns nicht ewig beschäftigen!

Laurence Wuillemin

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