Endlich gibt es flüssigen Strom

Endlich gibt es flüssigen Strom
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Endlich gibt es flüssigen Strom

An der Hochschule Stralsund gelang Wissenschaftlern mit der hauseigenen Methanol-Synthese-Anlage erstmals die direkte Produktion von Methanol aus Wasserstoff (H₂) und Kohlendioxid (CO₂). Damit können Anwender – endlich – Wasserstoff ohne kostspielige und aufwendige Pufferspeicherung in Methanolals Energieträger im Transportsektor und großen Wirtschaftsbereichen nutzen.

„Damit erschließen wir dem Wasserstoff als Energieträger ein neues Anwendungsfeld mit globalem Markt“, kommentiert der Leiter des Instituts für Regenerative EnergieSysteme (IRES), Johannes Gulden, den Erfolg in einer Presseerklärung des Informationsdiensts der Wissenschaft (idw): Mit der nun einwandfrei funktionierenden Anlage könne die Energiegewinnung und Energiespeicherung direkt von der Elektrolyse auf die Synthese überführt werden.

Power-to-Methanol: Zwei Jahre Arbeit haben sich gelohnt

„Nach 2 Jahren Konstruktion und Bau läuft die Anlage jetzt. Das ist ein großer Schritt für diese Art der Energiespeicherung“, ergänzt IRES-Ingenieur Andreas Sklarow.

Flüssiges Methanol ist als Energieträger gefahrlos zu transportieren und zu lagern. Als zentrale Grundchemikalie der Industrie ist es auch als Kraftstoff für die direkte Verbrennung in Motoren einsetzbar und kann auf eine etablierte Anwendung in der Industrie zurückgreifen.

Deshalb ist die Umwandlungsmöglichkeit von H₂ zu Methanol so wichtig. „Power-to-Methanol“, wie das Verfahren die Fachleute nennen, hat im Vergleich zu „Power-to-Methan“ ein besseres Kohlenstoff-Wasserstoff-Verhältnis, denn immerhin wird auch ein Wasserstoffatom weniger benötigt. Dies reduziere, erklärt idw, „die Investitionskosten bei der Elektrolyse um 25 Prozent“.

Damit kann die Energiewende gelingen“

Konkret bedeute, so die Pressemeldung der Hochschule, dass durch die nun gewonnene Möglichkeit des problemlosen Transports von Energie über Methanol, der in Mecklenburg-Vorpommern produzierte Strom auch in Bayern genutzt werden und überschüssig produzierter Strom von Windkraftanlagen für die Rückverstromung bereitgestellt werden könne.

Eine Anpassung der Infrastruktur in der Energiebranche sei indes nicht notwendig, „da Methanol als etablierter Energieträger bereits umfangreich zum Einsatz kommt“. Christian Schweitzer, Geschäftsführer der bse Engineering Leipzig GmbH, die an der Entwicklung der Anlage beteiligt war schwärmt daher: „Die Energiewende kann uns gelingen, wenn wir die vorhandenen und teilweise ungenutzten Ressourcen Strom und Kohlendioxid dazu verwenden, in der vorhandenen Infrastruktur fossile Energieträger zu ersetzen.“

red

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