Erfolgsstory: 25 Jahre PEFC Deutschland

Erfolgsstory: 25 Jahre PEFC Deutschland
Grafik: PEFC

Erfolgsstory: 25 Jahre PEFC Deutschland

Die weltweit größte Zertifizierungsorganisation für nachhaltige Waldbewirt­schaftung, PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes), feiert in diesem Jahr ihr Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen. Im Jahr 1999 wurde PEFC als damals noch „Pan-Europäisches Forst-Zertifizierungssystem“ ins Leben gerufen. Das Ziel: die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern zu fördern und dafür ein vertrauenswürdiges Nachweissystem zu entwickeln. Inzwischen hat sich PEFC zu einer global tätigen Organisation entwickelt, die zertifizierte Waldflächen und Mitglieder in über 50 Ländern aufweist.

Wenige Monate nach der Gründung von PEFC am 30.06.1999 auf internationaler Ebene wurde am 17.12.1999 auch PEFC Deutschland e.V. ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit arbeitete PEFC Deutschland konsequent daran, ein sowohl für Waldbesitzende als auch für holz- und papierverarbeitende Unternehmen verlässliches Zertifizierungssystem zu etablieren.

Foto: PEFC

Zugleich wurde das PEFC-Siegel als transparenter und seriöser Nachweis für Produkte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung aufgebaut, auf das Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag achten können. „PEFC kann auf 25 intensive Jahre zurückblicken: Auf dem Fundament der Waldzertifizierung entwickelte sich eine steigende Nachfrage nach der Produktkettenzertifizierung Mitte der 2000er Jahre. Heute geht es schwerpunktmäßig – als Service für unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie unsere Unternehmen –  um eine stetige Weiterentwicklung des PEFC-Portfolios. Damit wollen wir weiterhin als ein attraktives und wirtschaftliches Zertifizierungssystem für unsere Kunden bereitstehen“, so Dirk Teegelbekkers, der PEFC Deutschland seit über 20 Jahren als Geschäftsführer vertritt. „Wir sind zudem stolz darauf, dass PEFC zu einem in Politik und Wirtschaft anerkannten Nachweis für nachhaltige Waldbewirtschaftung geworden ist. Auch in Zukunft widmen wir uns ganz der Frage, wie wir in Zeiten besonderer Herausforderungen durch Klimawandel, komplexer Lieferketten oder internationale Konflikte einen Beitrag zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Wald und der wertvollen Ressource Holz leisten können.“

Entwicklung und Neuerungen bei der PEFC-Waldzertifizierung

Hierzulande haben sich in 25 Jahren weit über 200.000 Waldbesitzende der PEFC-Zertifizierung angeschlossen. Mit inzwischen 8,8 Mio. Hektar PEFC-zertifizierter Waldfläche ist für rund drei Viertel des deutschen Waldes durch unabhängige Kontrollinstitute nachgewiesen, dass dieser nach ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Kriterien bewirtschaftet wird.

In den letzten Jahren zeigte sich der Stellenwert der PEFC-Waldzertifizierung auch als anerkannter Nachweis für Förderprogramme der Bundesregierung: Dank der PEFC-Zertifizierung konnten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer an der „Bundeswaldprämie“ (2020/2021) und am Programm „Klima­angepasstes Waldmanagement“ (mit dem für diesen speziellen Nachweiszweck eingerichteten „PEFC-Fördermodul“, seit 2022) teilnehmen. Für Forst­betriebe, die über die Standard-Waldzertifizierung hinaus weitere Leistungen nachweisen wollen, wurden in den vergange­nen zehn Jahren neue Angebote geschaffen: Die PEFC-Erholungswald­zertifizierung  (2015), die Zertifizierung von Weihnachtsbaumkulturen auf Waldflächen (2015) und die Zertifizierung als Kur- und/oder Heilwald (2021).

Produktkettenzertifizierung steht vor vielen Herausforderungen

Seit der Gründung 1999 wurden in Deutschland weit mehr als 3.000 PEFC-Zertifikate an Unternehmen der Produktkette („Chain-of-Custody“) Holz und Papier ausgestellt. Während die regelmäßigen Überarbeitungen des PEFC-Chain-of-Custody-Standards eine verbesserte Rückverfolgbarkeit zertifizierten Rohstoffes sicherstellen sollen und praxistaugliche Erweiterungen erfahren, standen und stehen PEFC-zertifizierte Unternehmen zunehmend vor herausfordernden Situationen.

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Eindrücklich zeigte sich dies etwa zu Beginn des Jahres 2022, als die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine dazu führte, dass PEFC International Holz aus Russland und Belarus als sogenanntes „Konfliktholz“ einstufte und seitdem nicht mehr für PEFC-zertifizierte Produkte verwendet werden kann. Optimistisch hingegen stimmt das zunehmende Interesse großer Einzelhändler etwa aus dem Bereich Büroprodukte/PBS-Händler oder Möbel/Inneneinrichtung, die PEFC-Produkte in ihr Portfolio aufnehmen und das PEFC-Siegel in ihrer Außendarstellung einsetzen.

Ein Blick nach vorn

Trotz der bisherigen Erfolge bei der Zertifizierung bleiben für PEFC auf nationaler und internationaler Ebene große Herausforderungen für die kommenden Jahre. Dazu zählen etwa: Waldzertifizierung auch in Regionen mit noch immer großen Waldverlusten zu etablieren, Waldbesitzende und Unternehmen der PEFC-Chain-of-Custody bei der Umsetzung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) zu begleiten, den Anteil von PEFC-zertifizierten Holz- und Papierprodukten bei öffentlichen Ausschreibungen weiter zu erhöhen sowie Reputation und die Bekanntheit des Siegels bei Endverbraucherinnen und Endverbrauchern weiter zu steigern. 

Jubiläumsfeier

Das Jubiläum wird im Sommer 2024 auf zwei Veranstaltungen gefeiert: Am 03.07.2024 findet das vierte PEFC-Forum in Berlin statt. Unter dem Motto „Nachhaltig handeln, nachhaltig kommunizieren: Den Rohstoff Holz ins rechte Licht rücken“ wird der Beitrag, den die PEFC-Zertifizierung zu einer gelungenen Nachhaltigkeitskommunikation über die Ressource Holz leisten kann, intensiv beleuchtet.

Darauffolgend lädt PEFC Deutschland zur Sitzung des Deutschen Forst-Zertifizierungsrats (DFZR) und PEFC-Mitgliederversammlung am 04.07.2024 in die diesjährige PEFC-Waldhauptstadt Templin ein. Zu beiden Veranstaltungen kann sich im Mai registriert werden.

Catrin Fetz

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