Erfurt und Hannover: Weg zu mehr biologischer Vielfalt

Erfurt und Hannover: Weg zu mehr biologischer Vielfalt
Grün in der Stadt Foto: Pixabay CC/wal 172619

Erfurt und Hannover: Weg zu mehr biologischer Vielfalt

Mehr Natur in die Stadt bringen – das ist in zwei Verbundprojekten im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gelungen. Die Ergebnisse besichtigt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Beate Jessel in Erfurt und Hannover, gemeinsam mit allen Projektbeteiligten.

In beiden Projekten sind zahlreiche weitere Städte involviert: So haben im Rahmen von „Treffpunkt Vielfalt – PikoParks“ insgesamt fünf Städte in Mietwohnquartieren kleine, naturnah gestaltete Parkanlagen, sogenannte „PikoParks“, geschaffen. Im Verbundprojekt „Städte wagen Wildnis“ in Dessau-Roßlau, in Frankfurt a. M. und in Hannover sind auf einstigen städtischen Brachen inzwischen artenreiche Wildnisflächen entstanden, die  den Menschen vor Ort ganz neue Möglichen für das Erleben von biologischer Vielfalt bieten.

Natur in der Stadt

„Um die Vielfalt der Arten und Lebensräume in den Städten zu erhöhen, brauchen wir Leuchtturm-Projekte wie ‚Treffpunkt Vielfalt – PikoPark‘ und ‚Städte wagen Wildnis‘. Beide zeigen eindrucksvoll, dass es sich lohnt, die Natur in der Stadt zu stärken – nicht nur für die biologische Vielfalt, die sich hier nun entfalten und entwickeln kann, sondern auch für die Menschen, die diese Vielfalt auf ganz unterschiedliche Art und Weise erfahren können: In Erfurt haben Mieterinnen und Mieter bei der Gestaltung des PikoParks mitgewirkt und kümmern sich nachhaltig um die Flächen. Und in Hannover sorgen innovative Maßnahmen dafür, dass die neue urbane Wildnis fasziniert – sei es mit dem jetzt eröffneten Asselquassel-Wildniswalk oder mit dem Wildnis-Wagen-Infomobil, das in allen drei beteiligten Städten unterwegs ist“, so BfN-Präsidentin Jessel.

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Der PikoPark Erfurt, den Prof. Beate Jessel bei ihrem Ortstermin am 8. Juli besucht, ist einer von fünf kleinen naturnahen Parks, die im Projekt „Treffpunkt Vielfalt –PikoPark“ in den Städten Bonn, Dortmund, Erfurt, Remscheid und Speyer entstanden sind. Gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen und der Mieterschaft hat der Wissenschaftsladen Bonn e. V. artenreiche Flächen mit Wildbienennisthilfen, Trockenmauern und Kräuterhügeln entwickelt und angelegt, auf denen Anwohnerinnen und Anwohner die biologische Vielfalt nun unmittelbar in ihrem Wohnquartier erleben und unter fachlicher Anleitung auch selbst pflegen können. 

Wildnis wagen – Vielfalt erleben

Im Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“ wurden brachliegende städtische Flächen zu „wilden“ Lebensräumen entwickelt. In drei Großstädten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen haben die sieben Verbundpartner sich in dem Projekt daran gewagt, Wildnis zuzulassen und diese für die Menschen vor Ort direkt erfahrbar zu machen. Eine dieser Flächen kann jetzt auf dem Lindener Berg in Hannover auf dem neu eingeweihten Asselquassel-Wildniswalk, einem Hörspaziergang mit dem Smartphone, entdeckt werden.

Die Reise der BfN-Präsidentin findet anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Bundesprogramms Biologische Vielfalt statt. Neben den beiden hier vorgestellten Projekten werden in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachen auch die drei Projekte „VIA Natura 2000“, „Etablierung eines Mischfruchtanbaus von Erbsen und Leindotter“ und „FINKA – Förderung der Biodiversität von Insekten im Ackerbau“ besucht – drei Vorhaben die zeigen, wie die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft gestärkt werden kann.

Hintergrundinformationen

Das Verbundprojekt „Treffpunkt Vielfalt“ wurde von September 2017 bis Februar 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums in Höhe von 1,47 Millionen Euro gefördert. Der Verbundpartner Wissenschaftsladen Bonn koordiniert das Teilprojekt „PikoParks“. Weitere Informationen

Das Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“ wurde von Juni 2016 bis Mai 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums in Höhe insgesamt 3,3 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Projektkoordinator ist die Stadt Frankfurt, die im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.“ organisiert ist. Weitere Informationen

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