EU-Atomlobby definiert Atomkraft als Klimaschutz

EU-Atomlobby definiert  Atomkraft als  Klimaschutz
Screenshot: energiezukunft.eu

EU-Atomlobby definiert Atomkraft als Klimaschutz

Atomenergie bekommt – von der EU – das Label „Klimaschutz“: Für viele AKW-Gegner ist das ein Skandal. Energiezukunft.eu kommentiert den Vorgang in Brüssel gar als „Schlag ins Gesicht“, wenn „unter dem Deckmantel von ‚Klimaschutz‘ Atomenergie als ernsthafte Energiegewinnung der Zukunft gehandelt wird“.

Es ist zumindest ein sehr zu hinterfragendes Vorgehen.

Da zurzeit der Druck der Antikohle-Aktionen den jahrzehntelangen Protest der Kernkraftgegner in der öffentlichen Wahrnehmung ablöst, nutzen die Lobbyisten der Atomenergie konsequent den dadurch für sie entstehenden Freiraum. Hinter den Kulissen versuchen sie eine Technologie, die die Welt mehrfach schon in Schrecken versetzte, hoffähig zu reden.

Wie es scheint, erfolgreich: Wie sonst könnte die EU-Kommission „nun wegen ihrer Prüfung der Rolle von Atomenergie als „Nachhaltige Investition“ in die Kritik geraten“, wie das Portal schreibt. Der Grund: „Prüfen soll die eigene Abteilung für Nuklearforschung die Lage“ Das Portal zitiert dabei aus einem Brief der Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen – dies sei „absurd“.

Sie hat recht.

EU-Atomforscher bewerten Umweltverträglichkeit der Atomenergie

Den Hintergrund für die Kritik beschreibt das Portal so: „2019 einigten sich die EU-Mitgliedstaaten bezüglich des Rahmenwerks für grüne, nachhaltige Investitionen, das ab 2021 in Kraft treten soll, auf einen Kompromiss – darin sind Erdgas und Atomenergie als sogenannte Übergangstechnologien der Energiewende zulässig. Kotting-Uhl, auch Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, kritisiert in ihrem Brief die Entscheidung der Kommission, ihre eigene gemeinsame Forschungsstelle (JRC) damit zu beauftragen, die Umweltverträglichkeit von Atomenergie zu überprüfen. Das JRC ist historisch aus dem Euratom-Programm der EU hervorgegangen und wird laut Euractiv bis heute von Euratom mitfinanziert.“

Mit der Beauftragung des JRC liefert nun ein Gremium die Argumente, das Ende der 1950er-Jahre „im Rahmen des Europäischen Atomprogramms gegründet“ worden ist, wie energiezukunft schreibt, „mit dem Forschungsauftrag, bessere und sichere Reaktortypen zu entwerfen“.

Gerd Pfitzenmaier

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