EU-Sanktionen gegen Unternehmen wegen Umweltschäden im Ausland

EU-Sanktionen gegen Unternehmen wegen Umweltschäden im Ausland
Waldrodung im Bundesstaat Maranhão, Brasilien Foto: IBAMA (CC BY 2.0)

EU erwägt Sanktionen gegen Unternehmen, die für Umweltschäden im Ausland verantwortlich sind

Euractiv: Die Europäische Kommission erwägt Sanktionen, um gegen Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen in den europäischen Lieferketten vorzugehen, so Nils Behrndt, stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Justiz. „Wir prüfen die Frage der Sanktionen, der Strafmaßnahmen, denn ohne eine wirksame Durchsetzung wird natürlich nicht der nötige Druck erzeugt“, sagte Behrndt auf einer von der Nichtregierungsorganisation Global Witness organisierten Veranstaltung. „Wir müssen dafür sorgen, dass der wirtschaftliche Grund für die Straftat wegfällt. Vielleicht auch, dass der Umweltschaden dem Unternehmen angelastet werden kann und dass das Unternehmen [die Umwelt] wiederherstellen muss.“

Laut einen Bericht von Global Witness, war das Jahr 2020 mit 227 registrierten Todesfällen das gefährlichste Jahr für Umwelt- und Menschenrechtsaktivist:innen. Mehr als die Hälfte der Angriffe fand in Kolumbien, Mexiko und auf den Philippinen statt. Kolumbien verzeichnete das zweite Jahr in Folge die meisten Morde, während in Mexiko 30 Tötungen dokumentiert wurden. Fast ein Drittel davon standen mit dem Holzabbau in Verbindung. Die Hälfte der Angriffe in Mexiko richtete sich gegen indigene Gruppen.

Die tatsächliche Zahl ist wahrscheinlich höher, da die Todesfälle oft nicht erfasst werden. Nach Angaben von Global Witness sind viele Menschen, die sich gegen die Abholzung wehren, auch von Kriminalisierung, Überwachung und sexualisierter Gewalt betroffen, die sie zum Schweigen bringen sollen. Es ist unmöglich zu sagen, wie viele dieser Fälle auf den europäischen Konsum zurückzuführen sind. Mit seinem großen Anteil am globalen Handel aber habe Europa eine Rolle bei der Überwachung seiner Lieferketten zu spielen, so Chris Madden von Global Witness gegenüber EURACTIV. Weiterlesen…

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