Fehler: Alte Windräder abgebaut statt genutzt

Fehler: Alte Windräder abgebaut statt genutzt
Screenshot: tagesschau.de

Fehler: Alte Windräder abgebaut statt genutzt

tagesschau.de: Mit den neuen Ökostrom-Regeln erhalten seit Jahresbeginn die ersten alten Windräder keine Förderung mehr – und werden abgerissen, obwohl sie noch Strom liefern könnten. Experten sehen den Fehler im System.

In Alfstedt in Niedersachsen geht an diesem Tag ein kleines Stück Energiewende zu Ende. Das erste von vier Windrädern der Bürgerwindgesellschaft Alfstedt wird abgebaut. Das Fundament für das Windrad hat die Gruppe Anfang der 1990er-Jahre selbst gegossen. Anwohner Horst Mangels erinnert sich: „Wir sind 17 Leute aus dem Dorf – im Prinzip acht Ehepaare und ein Junggeselle damals, und wir waren davon überzeugt, dass das hier die richtige Art ist Strom zu erzeugen und auch ein Zeichen zu setzen für eine lebenswerte Zukunft. Das war unser Antrieb.“

Jetzt schrauben zwei Monteure in 52 Metern Höhe die Windmühle ab. Ein Kran lässt die elf Tonnen schweren Rotorblätter langsam auf das Feld sinken. An diesem Abend wird das Windrad nach 26 Jahren im Betrieb in seine Einzelteile zerlegt auf dem Feld liegen. „Vollkommen ohne Not“, sagt Mangels. „Die könnten hier weiter stehen und drehen, könnten das Dorf mit Strom versorgen, wenn wir eine vernünftige Regelung im EEG hätten.“

Was Mangels meint, wurde im Dezember kurz vor der Weihnachtspause im Bundestag beschlossen. In der vorletzten Sitzung stand eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, kurz EEG, an. Doch schon bei der Abstimmung war klar: Die Novelle würde schon bald ein Update brauchen.

Lesen Sie auch:

„Die Bundesregierung geht ja davon aus in ihren Berechnungen, dass der Stromverbrauch bis 2030 im Wesentlichen konstant bleibt. Diese Einschätzung teilen wir nicht“, sagt Veronika Grimm, Wirtschaftsweise und Mitglied der Expertenkommission der Bundesregierung zur Energiewende. „Wir gehen davon aus, dass der Stromverbrauch ansteigen wird.“ Das müsse sich dann natürlich auch in den Ausbauzielen das EEG widerspiegeln, so Grimm.

Mehr Elektromobilität, Heizen mit Wärmepumpen, Wasserstoff als Stromspeicher – das alles könnte den Strombedarf in diesem Jahrzehnt um bis zu 30 Prozent steigen lassen. Doch die Entscheidung über neue ambitioniertere Ausbauziele wurde im Dezember erstmal vertagt. Dass sie mit dem Instrument EEG überhaupt erreicht werden können, glaubt Grimm nicht: „Das EEG war sicherlich ein sehr gutes Instrument, um den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Das ist ja auch gut gelungen.“… weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.