Für Leder in deutschen Autos stirbt der Regenwald

Für Leder in deutschen Autos stirbt der Regenwald
Foto: Viktor Moriyama/DUH

Für Leder in deutschen Autos stirbt der Regenwald

Ein von der Organisation Earthsight veröffentlichter Bericht bestätigt die Forderung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nach einem verbindlichen Lieferkettengesetz. Demnach beziehen auch deutsche Autobauer wie BMW Leder von Rindern, für deren Weiden illegal Wald in Südamerika gerodet wird, schreibt jetzt die DUH in einer Pressemeldung.

Die Entwaldung schade, heißt es darin, „massiv dem Klima, gefährdet zahlreiche Arten wie den Jaguar und bedroht den Lebensraum indigener Völker“.

Der Verband appelliert an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, seinen Widerstand aufzugeben und ein Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen, das die Verantwortung deutscher Unternehmen im Ausland verbindlich festschreibt.

Deutsche Autobauer nutzen Leder aus illegaler Entwaldung“

Ledersitz im Auto Pixabay CC PublicDomain Iquiz
Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Iquiz

„Deutsche Autobauer nutzen offenbar Leder aus illegaler Entwaldung. Sie sind demnach direkt verantwortlich für den Schaden, der entsteht bei Klima, Arten und Bevölkerung. Die großen Wirtschaftsverbände lobbyieren derweil in Hinterzimmer-Gesprächen gegen ein Lieferkettengesetz mit klaren Sorgfaltspflichten und Haftungsregeln. Die Bundesregierung muss endlich ein wirksames Lieferkettengesetz beschließen, das Verstöße konsequent bestraft. Wir werden auf die betroffenen Autobauer zugehen und Verbesserungen bei ihrem betrieblichen Lieferkettenmanagement einfordern“, sagt dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Das betroffene Waldgebiet liegt im Gran Chaco in Südamerika. Dort gibt eslaut DUH 3.400 Pflanzen- und 900 Tierarten sowie das einzige indigene Volk außerhalb des Amazonas, das in freiwilliger Isolation lebt. Der Bericht von Earthsight, zu dem die DUH inhaltlich beigetragen hat, kommt zum Ergebnis, dass die Hauptursache für Entwaldung im paraguayischen Teil die Haltung von Rindern sei. Deren Leder werde laut Bericht zu zwei Dritteln nach Europa exportiert, wo es für Autositze unter anderem der Marken Land Rover und BMW genutzt werde.

Konzerne halten sich nicht an Sorgfaltspflicht

Dazu sagt etwa Peer Cyriacks, der stellvertretende Leiter Naturschutz bei der DUH: „Der Bericht zeigt schmerzhaft auf, welche Konsequenzen es für Mensch und Natur haben kann, wenn Konzerne nicht an strenge Sorgfaltspflichten gebunden sind und kontrolliert werden. Der Bericht ist ein überklarer Beweis dafür, dass wir in Deutschland und der EU ein starkes Lieferkettengesetz brauchen, das Menschen und Umwelt auf der ganzen Welt vor Ausbeutung schützt.“
E-Mails zwischen Spitzenverbänden der Wirtschaft, dem Bundeswirtschaftsministerium sowie dem Bundeskanzleramt zeigten, schreibt die DUH, wie die Industrie versucht, den Entwurf für ein Lieferkettengesetz zu verwässern und zu ihren Gunsten abzuschwächen. Die Mails lägen deutschen Organisationen der Initiative Lieferkettengesetz vor und damit auch der DUH.

red

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