Hindernisse auf dem Weg zur Klimaneutralität

Hindernisse auf dem Weg zur Klimaneutralität
Screenshot: Alpensped.de

Hindernisse auf dem Weg zur Klimaneutralität

Alpensped bietet Transportdienstleistungen in 25 europäische Länder an. Das Logistikunternehmen hat sich in seinem 5. Nachhaltigkeitsbericht viel vorgenommen, um trotz der vielen LkW-Transporte einen CO2-Fußabdruck zu verringern: Bis 2025 soll die Belastung des Klimas um 50 Prozent sinken. Wie das funktionieren kann, schildert Geschäftsführer Christian Faggin im Interview mit globalmagazin.

Die Logistikbranche ist im Zeichen der Verkehrswende-Debatte besonders gefordert, wenn es um mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz geht: Worauf setzen Sie speziell in diesem Thema?

Christian Faggin: Nachhaltigkeit hat bei Alpensped eine lange Tradition: Seit mehr als 10 Jahren verfolgen wir konsequent unsere grüne  nachhaltige Unternehmensphilosophie und haben das „N3“-Konzept entwickelt. „N3“ steht für die drei Säulen der Nachhaltigkeit Ökonomie, Ökologie und Soziales, wobei die ökologische Komponente im Mittelpunkt steht.

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Und das beeutet dann?

Unser großes Ziel ist es, bis 2030 klimaneutral zu werden. Das bedeutet, dass wir in den kommenden Jahren massiv unsere Co2-Emissionen reduzieren wollen und einen Teil weiterhin über hochwertige myclimate-Projekte kompensieren werden.

Muss eine Branche, deren Geschäft hauptsächlich vom Gütertransport über Straßen lebt, hier langfristig neue Modelle entwickeln – und wo könnten die liegen?

ChristianFaggin alpensped
Christian Faggin Fotostudio Kauffelt/Mannheim

Wir haben bereits damit begonnen, unser Geschäftsmodel zu verändern. Denn der mittel- bis langfristig wirksamste Hebel zur Reduktion ist die Verlagerung von Transporten auf die Schiene. Unter CO2-Gesichtspunkten eignen sich da besonders die langen Strecken. Im Vergleich zu einem reinen Straßentransport lassen sich pro Transport über die Schiene rund 45 Prozent CO2 einsparen. Das ergab eine Studienarbeit, die wir gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn durchgeführt haben. Aus diesem Grund wollen wir immer mehr Transporte per Bahn durchführen. Entweder als Kombinierte Verkehre (KV) oder über die Rollende Landstraße (RoLa).

Gibt es aus Ihrer Sicht in diesem Themenfeld auch vielleicht „Grenzen“, mit denen die Branche und die Gesellschaft leben müssen?

Um große Warenströme auf die Bahn zu verlagern, sind noch viele Hürden zu nehmen und große Investitionen zu tätigen. Aktuell sind die Bahnstruktur und fehlende Trassen noch ein Hindernis auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Reboundeffekte schmälern Effizienzsteigerungen

Genauso machen uns die sogenannten Rebound-Effekte Sorge. Damit werden Effekte aus der Energieökonomie bezeichnet, die dazu führen, dass das Einsparpotenzial durch Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise verwirklicht werden kann. Bei uns würde das beispielsweise bedeuten, dass unsere Anstrengungen und Maßnahmen zur CO2-Einsparung pro Transport durch eine enorme Steigerung der Transportanzahl relativiert und im Ergebnis zu keiner CO2-Reduzierung führen würden.

Haben Sie als Familienunternehmen in diesem Wettbewerb eine Chance – oder auch vielleicht gerade als Familienunternehmen?

Als mittelständisches Familienunternehmen liegen uns die Menschen und die Umwelt sehr am Herzen und da wollen wir Verantwortung übernehmen. Gerade als kleineres Unternehmen können wir unsere nachhaltigen Ziele schnell umsetzen und auf diesem Weg auch unsere Kunden mitnehmen. So haben wir beispielsweise 2019 die Klimainitiative 50/50 gestartet und unseren Kunden die Möglichkeit angeboten, ihre Transporte durch gemeinsame Kompensation klimaneutral durchtzführen. In Maßnahmen wie diesen sehe ich einen großen Vorteil für Alpensped.

Sie betonen in ihrem 5. Nachhaltigkeitsbericht die Vorteile der Digitalisierung etwa auch für den Klimaschutz: Wie und wo genau kann IT hier helfen?

Klimaschutz ist ohne IT nicht machbar und ist absolut notwendig, um unsere Maßnahmen zu verwirklichen. Nur durch IT sind wir beispielsweise in der Lage, mit unserem TMS, Transportmanagementsystem, Sendungen zu bündeln, dadurch Lastwagen optimaler auszulasten und Leerfahrten zu vermeiden…

Was dann was bedeutet?

Das bedeutet weniger Lkw auf der Straße.

Zurück zur IT: Moderne IT ist aber auch die Vorausetzung, um unsere verursachten CO2-Emissionen zu messen und eine genaue Datengrundlage für Überprüfungen und Optimierungen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu schaffen. Außerdem ermöglicht diese Software, dass wir auf jeder Rechnung den spezifischen Fußabdruck auszuweisen und unseren Kunden die gemeinsame Kompensation anbieten können.

pit

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