Kann das Internet helfen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu führen?

Kann das Internet helfen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu führen?
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Kann das Internet helfen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu führen?

Umweltschutz, Klimaneutralität und damit verbunden ein nachhaltiger Lebensstil ist vielen Menschen wichtig geworden. Dabei zeigt sich immer stärker, dass Technologie dabei helfen kann, diesen Wunsch zu erfüllen. Forschung und Innovation legen den Grundstein für eine Veränderung der Art und Weise, wie Menschen leben und ihre Umwelt schützen.

Kaum eine Erfindung hat die Lebensweise in den letzten Jahrzehnten so geprägt, wie das Internet. Die Vernetzung der Welt hat ungeahnte Möglichkeiten eröffnet, dies betrifft fast alle Bereiche des täglichen Lebens.

Mehr Nachhaltigkeit durch Onlineshopping?

Die erste Möglichkeit, einen nachhaltigeren Lebensstil zu führen, betrifft ausgerechnet das Onlineshopping. Dieses galt lange Zeit als ressourcenfressend und klimaschädlich. Schließlich verursacht das Einkaufen im Netz angeblich enorme Transportkosten und damit gleichfalls hohe CO2-Emissionen.

Doch bei dieser Ansicht handelt es sich offenbar um eine moderne Legende. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass das Einkaufen im Netz bei weitem nicht so viele Emissionen verursacht wie gedacht. Wie in vielen anderen Bereichen auch, geht es dabei darum, eine Umweltbilanz aufzustellen und alle Faktoren in die Betrachtung mit einzubeziehen. Folgt man diesem Beispiel, dann zeigt sich, dass der stationäre Handel bei weitem nicht so gut abschneidet wie erwartet.

Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob beispielsweise 100 Personen ins Auto steigen und zum Einkaufen fahren, oder ob 100 Pakete mit einem Auto direkt zu den Kunden transportiert werden. Gleichzeitig fällt der Verkehr der Handelsangestellten zu ihren Shops ebenso weg, wie die Transportlogistik zu den Handelsunternehmen, sowie der Energieaufwand der Gebäude in Bezug auf Beleuchtung, Heizung und Kühlung.

Retouren vermeiden

Zusammengerechnet ergibt sich ein ungewöhnliches Bild, das beweist, dass Online-Shopping klimafreundlicher ist als gedacht. Grundsätzlich gilt, je weniger Wege zurückgelegt werden, desto besser fürs Klima und desto nachhaltiger agiert man. Daher ist es wichtig beim Online-Shopping seine Retouren zu reduzieren. Diese machen immer noch einen wesentlichen Faktor im Kaufverhalten aus. Jedes sechste Paket, das im Netz bestellt wird, wandert auch wieder zurück. Wer also einen nachhaltigeren Lebensstil pflegen möchte, sollte darauf achten, dass er bewusster online einkauft und seine Retouren nach Möglichkeit reduziert.

Meetings wandern verstärkt ins Netz

Wie stark die Auswirkungen von weniger Verkehr sein können, konnte man erstmals im Jahr 2020 live beobachten. Den Rückgang der Emissionen bemerkten Forscher sofort, denn plötzlich waren aufgrund der Covid-19-Pandemie sehr viel weniger Menschen unterwegs. Die Technik hilft uns dabei, nicht notwendige Fahrten im Auto zu vermeiden. Dies gilt für den Beruf ebenso wie für die Freizeit.

Kein Wunder also, dass beispielsweise Meetings online abgehalten wurden und so den Business-Flugverkehr deutlich reduzierten. Laut einer Studie könnten so allein in Deutschland 700.000 Autos überflüssig werden. Zoom und Skype ersetzen Flüge und Reisen zu Kunden und Mitarbeitern und sparen seither viel Zeit und Geld. Doch auch das Freizeitverhalten bietet Möglichkeiten, seinen Co2-Fußabdruck zu reduzieren. Bestes Beispiel dafür ist die Unterhaltungsindustrie.

Unterhaltung online statt live

Sie hat die Vorteile des Internets längst erkannt und viele Geschäftsmodelle teilweise oder ganz ins Netz verlegt. Wer gerne in einer Spielbank spielen möchte, muss dazu längst nicht mehr das Haus verlassen. Das Online Casino bietet nicht nur ein deutlich umfangreicheres Angebot, sondern vermeidet gleichzeitig, dass sich unzählige Menschen auf den Straßen auf den Weg in die nächste Spielbank machen. Das spart Energie und schützt so das Klima.

Die ganze Welt der Ernährung auf einen Klick

Nachhaltigkeit ist auch in der Ernährung gefragt, wie noch nie. Hier kann das Internet seine gesamte Stärke ausspielen. Immerhin handelt es sich um ein Netzwerk mit der gesammelten Information, die weltweit zur Verfügung steht. Dies zu nutzen, kann dazu beitragen, regionale Händler zu fördern und mit einem Einkauf zu unterstützen. Die Informationen dazu finden sich im Netz. Viele der kleinen Händler in der näheren Umgebung betreiben darüber hinaus Webshops, die einen ersten guten Einblick in das Sortiment, und dessen grünen Fingerabdruck liefern. So entfällt die mühsame Suche nach hochwertigen und regionalen Lebensmitteln.

Spenden und CO2-neutral agieren

Wer trotzdem online bestellen möchte, hat im Netz die Chance, mit wenigen Mausklicks etwas Gutes zu tun. Viele Händler bieten mittlerweile die Möglichkeit gegen einen geringen Aufpreis CO2-neutral zu bestellen, oder für ein Umweltschutzprojekt zu spenden. Das könnten beispielsweise ein Aufforstungsprogramm sein, das mithilft, die CO2-Bilanz der Bestellung auszugleichen. Vegane Ernährung und Tierschutz sind ebenfalls wichtige Themen, die vielen Händlern am Herzen liegen und die so finanzielle Unterstützung erfahren können.

Das Internet gibt so Menschen die Chance, schnell und direkt zu helfen. Dies geht sogar so weit, dass manche Unternehmen ihren Kunden die Auswahl eines grünen Transportlogistikers anbieten. Diese gleichen durch einen geringen Aufpreis die beim Transport der Waren entstehenden Treibhausgase wieder aus, indem sie Klimaschutzprojekte finanziell unterstützen. Der Versand selbst sollte vom Kunden ebenfalls gut geplant werden.

Den Versand klimaschonend planen

Schließlich legen die Pakete einen weiten Weg zurück, da ergibt es keinen Sinn, wenn sie mehrere Umwege nehmen müssen. Hinterlegt der Logistiker die Warensendung an einer Abholstation, muss der Kunde erst wieder in sein Auto steigen und es von dort abholen. Besser wäre es, die Lieferung so zu planen, dass man sie zu Hause selbst in Empfang nehmen kann. Ist dies nicht möglich, könnte man die Zustellung an den Arbeitsplatz überlegen oder Nachbarn, die zu Hause sind, bitten, das Paket anzunehmen. All das lässt sich über das Netz planen und organisieren.

Die Internetriesen stellen sich an die Spitze der Bewegung

Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen immer wieder der Stromverbrauch des Internets und seiner wichtigsten Hauptdarsteller. Doch auch Unternehmen wie die Suchmaschine Google machen sich Gedanken, wie sie das Thema Umweltschutz noch besser vorantreiben und klimafreundlicher agieren können. Das kann enorme Auswirkungen zeigen, schließlich agieren die Internet-Riesen als Multiplikatoren, die zahlreiche Menschen in ihrem Verhalten beeinflussen können. Wenn Google, Amazon, Facebook, Microsoft und Apple eine ressourcenschonende Strategie vorantreiben, hat dies nicht nur Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, sondern dient zahlreichen anderen Firmen als Vorbild.

Google leistet seinen Beitrag

Googles Mission ist die es, die geballte Information der Welt zu organisieren und zugänglich zu machen. Das möchte der Konzern zukünftig auch dazu nutzen, um seinen Beitrag zu einem nachhaltigeren Lebensstil zu leisten. Dazu hat man bereits mehrere Projekte auf den Weg gebracht.

So erhalten private Nutzer mehr Informationen zum umweltfreundlicheren Einkaufen, Reisen und bei der Geldanlage. Zuverlässige Informationen von gesicherten Quellen wandern in den Suchergebnissen zum Thema Klimawandel ganz nach oben und sollen so für noch mehr Aufklärung sorgen. Die enorme Reichweite von Google kann daher dabei helfen, nachhaltigere Entscheidungen zu unterstützen und zu treffen.

Dazu werden Suchergebnisse zum Thema Reisen zukünftig auch den CO2-Verbrauch anzeigen. In Google Maps können User jene Routen auswählen, die den geringsten Emissionsverbrauch aufweisen und so gezielt umweltschonend navigieren. Die Hotelsuche zeigt an, welche Unterkünfte ökologisch zertifiziert sind. Nachhaltigkeitslabels bei Produkten wie Waschmaschinen sollen den Käufern die Auswahl erleichtern. Autokäufer finden einen Vergleich der Werte zwischen herkömmlichen Fahrzeugen, Elektroautos und Hybridfahrzeugen.

Das mag für die einzelne Kaufentscheidung wenig Auswirkungen zeigen, doch in der Masse der Google-User kann diese Informationspolitik enorme Veränderungen auslösen. Der Konzern selbst möchte bis 2030 alle seine Rechenzentren und Büros mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betreiben.

Mit diesen Informationen erhalten Benutzer schnell verlässliche Aussagen darüber, wie sich ihr Kaufverhalten auf die Umwelt und einen nachhaltigen Lebensstil auswirkt. So kann das Internet mithelfen, in eine sauberere und sicherere Zukunft zu gehen.

Thomas Mittelbaum

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