Klimaschutz bleibt für die meisten weiter Thema

Klimaschutz bleibt für die meisten weiter Thema
Radfahren statt Autofahren Foto: Pexels/Pixabay CC/PublicDomain

Klimaschutz bleibt für die meisten weiter Thema

Der Eindruck trügt: Corona hat die zuvor wichtigen Themen wie Klimaschutz keinesfalls von der gesellschaftlichen Agenda verdrängt. Das bestätigt eine jetzt publizierte Umfrage. Demnach sehen über 75 Prozent der rund 2.000 Befragten Menschen in Deutschland „Klimaneutralität als bedeutendstes Ziel der Menschheit“, berichtet der Informatinsdienst der Wissenschaft (idw).

Seit Monaten hat die Corona-Krise die Welt fest im Griff – und dominiert die mediale Berichterstattung. Vormals präsente Themen wie Klimaerwärmung oder „Fridays for Future“-Demos sind scheinbar in den gesellschaftlichen Hintergrund gerückt. Die Studie der Fernhochschule IUBH Internationalen Hochschule zum Thema „Einstellungen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ dagegen belegt, dass Klimaschutz „langfristig gesehen für 75 Prozent die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre“ bleibt.

Befragt wurden für die Studie Mitte Juni 2020 über 2.000 Menschen in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren.

Klimaschutz ist den Menschen weiterhin ein wichtiges Anliegen

Klimafreundliches Verhalten gehört zum Alltag, das zeigen die Ergebnisse der Umfrage:

  • 83 Prozent der Befragten verstehen Klimaschutz als gemeinsame Verantwortung.
  • Diese Einstellung zeigt sich auch im persönlichen Verhalten – beispielsweise im Kauf von regionalen (73 Prozent)
  • oder nachhaltigen Produkten (70 Prozent)
  • sowie dem Verzicht auf Flugreisen (65 Prozent)
  • und beim Autofahren (64 Prozent).

Dabei zeigt sich: je jünger, desto engagierter. In den Altersgruppen bis 25 Jahre geben fast die Hälfte an, sich persönlich für Klimaschutz zu engagieren, etwa durch Demonstrationen, Verzicht auf Fleisch oder das Auto.

Je älter, desto mehr fällt dieser Anteil ab. Bei den 46- bis 65-Jährigen sagt nur jeder fünfte (21,5 Prozent) aus, sich persönlich einzusetzen.
Auch bei der Bereitschaft, höhere Preise für nachhaltig erzeugte Produkte zu zahlen, ist der Altersunterschied bemerkbar:

  • Die bis 35-Jährigen würden gegenüber einem konventionell erzeugten Produkt einen maximalen Preisanstieg von etwa 30 Prozent akzeptieren,
  • die 46- bis 65-Jährigen würden etwa 19 Prozent mehr bezahlen.
Bildungsgrad entscheidend für den Willen zum Klimaschutz
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Junge und besser Gebildete engagieren sich häufiger für Klimaschutz
Foto: Gerd Altmann/Pixabay CC/PublicDomain

Nicht nur jüngere Menschen, vor allem Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen sind bereit, sich für den Klimaschutz einzusetzen.

  • Nur ein Drittel der niedrig formal Gebildeten würden ihr Konsumverhalten entsprechend verändern,
  • während es bei Befragten mit hoher formaler Bildung etwa die Hälfte sind.
  • So verringern 64 Prozent der Studierenden,
  • aber nur 43 Prozent derjenigen ohne Studieninteresse ihren Fleischkonsum zum Wohle des Klimas.
  • Der Kauf von nachhaltigen Produkten ist 61 Prozent der Studierenden,
  • aber nur 47 Prozent der Nichtstudierenden wichtig. Für Unternehmen, die besonders an Akademikern und sogenannten „High Potentials“ interessiert sind, heißt das: Sie sollten Wert auf ein klimaneutrales und nachhaltiges Auftreten legen.
  • Denn über 70 Prozent der Studierenden und Studieninteressierten ist nachhaltiges Agieren des Arbeitgebers wichtig.
  • Bei Studienteilnehmern ohne Studieninteresse sind es nur etwas über 40 Prozent.
Verhaltensänderungen durch die Corona-Krise

Welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf den Klimaschutz hat, das zeigen diese Ergebnisse der Umfrage:

  • 81 Prozent der Befragten sehen eine positive Entwicklung durch Corona, etwa durch die verminderte Produktion, dem reduzierten globalen Handel und der eingeschränkten Mobilität.
  • 71 Prozent verstehen in der Corona-Krise eine große Chance, die Klimaschutzbemühungen zu verstärken.
  • Rund ein Drittel gibt an, dass die Corona-Krise sie zu einem klimafreundlicheren Verhalten motiviert habe, zum Beispiel durch weniger Reisen und verringerten Konsum.
    Dennoch gibt es auch die Kehrseiten:
  • 79 Prozent sind der Meinung, dass aufgrund Corona deutlich mehr Autos als öffentliche Verkehrsmittel genutzt wurden, die die Umwelt entsprechend stärker belasten.
  • Zudem bemängeln 72 Prozent, dass Klimaschutzaktivitäten in den Hintergrund gerückt sind,
  • während etwa 63 Prozent es kritisch sehen, dass der Fokus der medialen Berichterstattung hauptsächlich auf der globalen Pandemie liegt.

red

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