Klimaschutz: „Mit freiwilligem Verzicht ist nicht zu rechnen“

Klimaschutz: „Mit freiwilligem Verzicht ist nicht zu rechnen“
Screenshot: zeit.de

Klimaschutz: „Mit freiwilligem Verzicht ist nicht zu rechnen“

zeit.de: Bis 2050 will die Welt klimaneutral werden. Die Hamburger Soziologin Anita Engels hat untersucht, ob das realistisch ist. Ihr Fazit: Es muss noch sehr viel passieren.

Anita Engels hat gemeinsam mit anderen Forschenden untersucht, was sich alles ändern müsste, damit die Menschheit ihre Klimaziele noch erreichen kann. Ihr Fazit: 1,5 Grad sind nicht mehr realistisch, und selbst für zwei Grad müsste sehr viel passieren. Ein Gespräch über die Notwendigkeit politischen Drucks und darüber, wie die Wende doch noch gelingen könnte.

ZEIT ONLINE: Frau Engels, in Ihrer Studie gelangen Sie zu einer deprimierenden Erkenntnis: Grundsätzlich sei die Menschheit zwar in der Lage, die Welt bis 2050 klimafreundlich zu gestalten. Aber man könne nicht davon ausgehen, dass sie es auch tun werde. Warum? 

Anita Engels: Die uns derzeit vorliegenden Daten deuten stark darauf hin, dass der gesellschaftliche Wandel nicht schnell genug geschieht. Ausschließen kann man es zwar nicht. Aber es wäre unrealistisch, es zu erwarten. 

ZEIT ONLINE: Was bedeutet das für die Klimaziele von Paris?

Engels: Nach allem, was wir derzeit wissen, ist es nicht plausibel anzunehmen, dass es noch gelingt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu beschränken, wie es das Pariser Abkommen empfiehlt. Zwei Grad sind zwar ein wenig realistischer. Aber auch dafür müsste sich sehr vieles verändern.

Lesen Sie auch:

ZEIT ONLINE: Dass wir uns sehr anstrengen müssen, um die Klimakrise abzuwenden, ist ja eigentlich bekannt. Wie unterscheidet sich Ihre Untersuchung denn von anderen bisher bekannten Veröffentlichungen zu dem Thema?

Engels: Studien wie der 1,5-Grad Bericht des Weltklimarates IPCC oder der Emissions Gap Report der Vereinten Nationen legen eher einen Schwerpunkt auf die technischen und praktischen Notwendigkeiten und auf das, was wünschenswert oder machbar wäre. Im Gegensatz dazu haben wir uns die gesellschaftlichen Prozesse angeschaut, die einen Wandel ermöglichen oder verhindern können. So analysieren wir, welche Klimazukunft plausibel ist – und welche nicht.

ZEIT ONLINE: Im Kern bedeutet Ihr Ergebnis: Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen, obwohl wir anders handeln könnten. Wie kann das sein? 

Engels: Es gibt viele Faktoren, die dazu beitragen. Nehmen Sie beispielsweise den persönlichen Konsum eines Menschen. Ob jemand viel oder wenig konsumiert, wird in der Regel von völlig anderen Faktoren angetrieben als von der Sorge ums Klima. Entscheidend ist unter anderem das verfügbare Einkommen. Nimmt das Einkommen zu, geben die Menschen mehr Geld aus, und damit steigen die klimaschädlichen Emissionen. .. weiterlesen

terlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.