Klimastabiler Waldumbau macht Wälder klimafit

Klimastabiler Waldumbau macht Wälder klimafit
Foto: PEFC

Klimastabiler Waldumbau macht Wälder klimafit

Der Klimawandel hat gewaltige Auswirkungen auf unsere heimischen Wälder. Waldbesitzende und Forstleute stehen vor der Aufgabe, unsere Wälder schnell klimafit zu machen, indem sie auf Baumarten setzen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen besser mit den erwarteten Bedingungen zurechtkommen. Die Nachhaltigkeitsstandards des weltweit verbreiteten Waldzertifizierungssystems PEFC geben ihnen dabei eine Orientierung. Sie gelten bereits auf drei Viertel der deutschen Waldfläche.

Der Klimawandel mit seinen gravierenden Folgen wie Trockenheit, Hitze, Stürme und sonstige Extremwettereignisse gefährdet bereits jetzt die Gesundheit des deutschen Waldes, wie die aktuelle Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeigt: vier von fünf Bäumen sind krank, weshalb ein klimagerechter Waldumbau höchste Priorität hat. Vor dem Hintergrund der Klimakrise und den damit einhergehenden Waldschäden stellen sich viele betroffene Waldbesitzende der großen Herausforderung, zukünftigen Wälder möglichst klimastabil zu gestalten.

Baumvielfalt verbessert „Teamleistung“
Grafik: PEFC

Waldbesitzende und Forstleute setzen auf eine Mischung vieler verschiedener Baumarten und Bäumen unterschiedlichen Alters, um nachhaltige, klimaresistente Wälder zu schaffen. Eine breite strukturelle und
genetische Vielfalt erhöht die Widerstandsfähigkeit. Damit dies gelingt, müssen Baumarten ausgewählt werden, voraussichtlich besser an zukünftige Klimabedingungen angepasst sind. Hierfür kommen auch wärme- und trockenresistente Herkünfte heimischer Arten in Betracht. Vielversprechend ist zum Beispiel
das Saatgut der Traubeneiche, die hierzulande zwar heimisch ist, aber in Südeuropa andere Merkmale ausbildet, um in einem wärmeren Umfeld optimal zu gedeihen. Die Bäume aus südlichen Regionen haben den Vorteil, dass sie besser mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen – also den Bedingungen, die wir für Mitteleuropa in den kommenden Jahrzehnten erwarten. Bei dem Einsatz zukunftsfähiger Arten aus dem Ausland stellen die PEFC-Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung sicher, dass diese keine anderen Baumarten verdrängen.

Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, erläutert: „Die Biodiversität von Wäldern lässt sich mit dem Mannschaftssport vergleichen: Je diverser die Talente der Spieler, in dem Fall die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der einzelnen Baumarten gegen den Klimawandel, umso besser funktioniert das ganze Team, also das Ökosystem Wald. Daher sehen die PEFC-Standards auch vor, dass seltene Baum- und Straucharten gefördert werden.“

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Wälder sind auf aktive Unterstützung angewiesen

Für den Umbau zu zukunftsfähigen, vitalen und artenreichen Mischwäldern sind weitere wichtige Maßnahmen im Sinne der PEFC-Standards umzusetzen. So ist es erforderlich, dass die Waldbesitzenden strukturreiche Waldränder fördern. Ein Saum aus verschiedenen Pflanzenarten unterschiedlicher Höhe bietet für Tierarten einen wichtigen Lebensraum, schützt den Wald vor direkter Sonneneinstrahlung und dämpft Sturmböen. Falls es durch Windwurf oder Schädlingsbefall doch zu Kahlflächen kommt, kümmern sich PEFC-zertifizierte Waldbesitzende um eine schnelle Wiederaufforstung. Das ist notwendig, da die natürliche Verjüngung die Lücken im Wald in Zeiten des Klimawandels nicht schnell genug schließen können. Angepasste Wildbestände, damit junge Bäume nicht sofort wieder von Rehen, Rotwild und Co. abgefressen werden, sind ein weiterer wichtiger Faktor für den Aufbau stabiler und artenreicher Wälder.

Bevölkerung kann unterstützen

Schließlich sorgt auch die wirtschaftliche Nutzung für gesunde Wälder. Denn im Holz der Bäume können intakte Wälder große Mengen Kohlenstoff speichern. Wird Holz zum Beispiel zum Bau von Häusern oder zur Herstellung langlebiger Holzprodukte eingesetzt, bleibt der Kohlenstoff dort so lange gespeichert, wie
der Holzgegenstand genutzt wird. So kann Holznutzung aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Unterstützen können Bürgerinnen und Bürger den Waldumbau und Klimaschutz, indem sie Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern nutzen, die sie am darauf angebrachten PEFC-Siegel erkennen. Diplom-Forstwirt Teegelbekkers, meint „Die PEFC
Zertifizierung ist ein wichtiger Orientierungsrahmen für die Forstwirtschaft, um zukunftsfähige Wälder aufzubauen, die dem Klimawandel standhalten können. Durch den Kauf von unter anderem von PEFC
zertifizierten Produkten wiederum können die Verbraucher diesen wichtigen Prozess tatkräftig unterstützen.“

Mike Nowak

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