Klimawandel bedroht die Artenvielfalt

Klimawandel bedroht die Artenvielfalt
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Klimawandel bedroht die Artenvielfalt

Der Klimawandel verschlimmert den Verlust der Artenvielfalt: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Umgekehrt könnten Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz auch die Folgen des Klimawandels abzumildern, schreiben sie im Fachblatt PNAS .

„Das Erreichen einer Vielzahl bestehender und von internationalen Organisationen vorgeschlagener Ziele für die biologische Vielfalt nach 2020 ist durch den Klimawandel massiv gefährdet“, heißt es in einer Pressemeldung zur Studie – selbst wenn andere Hindernisse, wie das Ausbeuten von Lebensräumen, ausgeräumt würden. Zu diesem Ergebnis kommen die Autorinnen und Autoren einer Analyse unter Leitung der Ökosystemforscherin Almut Arneth vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Artenschwund führt zu vielfältigen Problemen

Weltweit seien, schreiben die Expertinnen und Experten „rund eine Million Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht“. Von der Biodiversität, zu der neben der Artenvielfalt auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme gehörten, hingen jedoch mindestens 13 der insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ab (Sustainable Development Goals – SDG) ab. Die Biodiversität reguliere fundamentale Prozesse, wie Bodenbildung, Wasser-, Spurengas- und Nährstoffkreisläufe, und sei wichtig für die Klimaregulation.

Ihr fortlaufender Schwund stelle die Menschheit vor große ökologische, soziale und ökonomische Probleme, sagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung der KIT-Ökosystemforscherin Almut Arneth: „Neben der Ausbeutung natürlicher Ressourcen wie Land und Wasser sowie der Umweltverschmutzung führt auch der Klimawandel zum Verlust an biologischer Vielfalt und wird sich künftig diesbezüglich noch stärker auswirken“, erklärt die Professorin am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU), dem Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen. Ziele zum weltweiten Biodiversitätsschutz verfehlt.

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In der Studie analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, Südafrika, Mexiko und Japan die sogenannten Aichi-Ziele zum weltweiten Biodiversitätsschutz, die bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention der UN im Jahr 2010 im japanischen Nagoya verabschiedet wurden und bis 2020 erreicht werden sollten.

Die meisten dieser Ziele werden verfehlt

Ebenso befassen sich die Forscherinnen und Forscher mit den derzeit von den beteiligten Staaten verhandelten revidierten Biodiversitätsschutzzielen für die Zeit nach 2020, die dann bis 2030 oder 2050 erreicht werden sollen. Sie stellen fest, dass viele der bestehenden wie auch der vorgeschlagenen Ziele durch die Erderwärmung stark gefährdet seien, – selbst wenn diese an der unteren Grenze der Prognosen bliebe. „Es ist sicher eine große Herausforderung, aber auch eine wichtige Gelegenheit, sich politisch besser mit den Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Biodiversitätsschwund auseinanderzusetzen und die Biodiversitätsziele genauer mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz und den Zielen für nachhaltige Entwicklung abzustimmen“, erläutert Arneth. Arten wandern aus Naturschutzgebieten ab

Ein Biodiversitätsschutzziel, das sich auf Naturschutzgebiete bezieht, muss berücksichtigen, dass Zusammensetzung und Wachstum der Vegetation sich mit dem Klimawandel ändern und dass bestimmte Pflanzen- und Tierarten aus einem Naturschutzgebiet abwandern oder bedroht sind, wenn sich die klimatischen Bedingungen verändern. Der Klimawandel lässt beispielsweise Gebirgsgletscher schrumpfen. In semiariden Regionen sind Ökosysteme in tiefer liegenden Tälern jedoch auf das sommerliche Schmelzwasser von den Gletschern angewiesen.

Reduziert sich etwa durch den Gletscherschwund auch dieser regelmäßige Schmelzwasserfluss, reichen die Niederschläge allein möglicherweise nicht aus, um die Pflanzen im Einzugsgebiet mit Wasser zu versorgen. Dies betrifft dann auch die von den Pflanzen abhängigen Tiere.Die Studie unterstreicht die Forderung, den menschengemachten Ausstoß von Treibhausgasen rasch und deutlich zu verringern und den Klimawandel zu stoppen. „Eine bessere Abstimmung von politischen Abkommen und wissenschaftlichen Erkenntnissen kann sowohl die dringende Dekarbonisierung der Wirtschaft beschleunigen als auch gewährleisten, dass der Klimawandel durch Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz gebremst wird“, fasst Arneth zusammen.

red

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