Klimawandel vor der Haustür prognostiziert

Klimawandel vor der Haustür prognostiziert
Foto: Andrey Grinkevich/Unsplash

Klimawandel vor der Haustür prognostiziert

Klimawandel ganz konkret: Mit zahlreichen Detail-Analysen, Schaubildern und Tabellen skizzieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Climate Service Center Germany (GERICS) den Fortgang der künftigen Veränderungen – konkret heruntergebrochen aus weltweiten Daten, aufbereitet für jeden einzelnen Landkreis in Deutschland.

Damit kann nun jede und jeder selbst sich selbst ein genaues Bild machen, wie sich das Klima vor der eigenen Haustür im Laufe des Jahrhunderts entwickeln wird – und daraus Schlüsse ziehen, wie sie oder er zu reagieren hat oder reagieren möchte.

Konkreter Nutzen für Entscheidungsträger

„Die Zahl der Hitzetage etwa nimmt zu, Extremwetterereignisse werden häufiger“, schreiben die Forschenden der Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Hereon in einer Pressemeldung zu ihrer Studie, die Einblicke ins Klima anhand von 17 Klima-Kennwerten wie Temperatur, Hitzetage, Trockentage, Windgeschwindigkeit oder Starkregentage für alle 401 deutschen Kreise gibt.

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Bewertet werden dabei jeweils drei unterschiedliche Szenarien mit je anderen Grundannahmen der weiteren Treibhausgas-Emissionen: ein Szenario mit viel Klimaschutz, ein Szenario mit mäßigem Klimaschutz und ein Szenario ohne wirksamen Klimaschutz. Erstmals zeigen die Klimaausblicke des GERICS damit klimatische Änderungen in dieser regionalen Größenordnung. Nutzwert der Arbeit: Die einheitlich aufgebauten Berichte erlauben einen übersichtlichen Vergleich. „Die Daten zeigen, wie sich das Klima in den einzelnen deutschen Regionen verändern kann. Das bietet nicht nur den Bürgern, sondern auch Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik eine Faktenbasis für langfristige Entscheidungen. Etwa für städtische Energieversorger oder bei der Anpassung von Infrastrukturen“, sagt daszu Dr. Diana Rechid, die neben Dr. Susanne Pfeifer und Dr. Sebastian Bathiany Autorin der Berichte ist.

Kleinräumige Auflösung der Daten erlaubt konkrete Vorhersagen

Die Klimaausblicke basieren auf Beobachtungsdaten aus dem HYRAS-Datensatz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Zukunftsprojektionen regionaler Klimamodelle. Insgesamt 85 Simulationen mit einer Auflösung von 12,5 Kilometern erstellten viele europäische Forschungsinstitutionen, indem die Ergebnisse globaler Klimamodelle mit unterschiedlichen regionalen Klimamodellen verfeinert wurden.

Sebastian Bathiany aus dem Wissenschaftler—Team: „Sie erlauben eine Abschätzung verschiedener Zukunftsszenarien auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand.“ Sein Fazit ist deutlich: „Auch mit viel Klimaschutz müssen wir uns auf Veränderungen einstellen.“ Gerade deshalb seien Klimaprojektionen für die Zukunft so wichtig. Wichtig sei, so der Wissenschaftler, dass die Anpassung an den Klimawandel jetzt „vor Ort eine exaktere Grundlage“ habe.

pit

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