Klimawandel wirbelt Leben im Ozean durcheinander

Klimawandel wirbelt Leben im Ozean durcheinander
Screenshot: Guardian

Klimawandel wirbelt Leben im Ozean durcheinander

Die Folgen des Klimawandels in der Tiefsee sind viel dramatischer als an Land. Das erkannten jetzt Wissenschaftler in ihrer neuen Studie, die sie im Fachblatt Nature Climate Change publizierten.

Das Wasser der Ozeane erwärmt sich in der Tiefe nach Erkenntnis der Forscher viel rascher. Die Wissenschaftler um Ökologie-Professor Jorge García Molinos von der Hokkaido University belegen dies mit ihren Modellberechnungen. Demnach erhöhen sich die Temperaturen in der Tiefsee in der zweiten Hälfte des laufenden Jahrhunderts wohl um bis zu sieben Mal rascher als noch heute berechnet.

Zusammenleben der Arten wird dramatisch gestört

Das führt zu erheblichen Verschiebungen bis hin zu Verwerfungen im Zusammenleben der jeweils in exakt getrennten Wasserschichten existierenden Arten. Bislang leben in diesen Wasserschichten des Ozeans genau an einander sowie an die jeweils in dieser Schicht herrschenden Temperaturen angepasste Tier- und Plankton-Arten. Das ausdifferenzierte Zusammenspiel des Lebens wird bei steigenden Temperaturen jedoch empfindlich durcheinander gewürfelt. Der schnelle Anstieg der Temperatur zwingt einzelne Arten zu unterschiedlich rascher Flucht aus den betroffenen Wasserschichten. Das bringt aber etwa heute intakte Nahrungsketten zum Zusammenbrechen.

Schon heute zwinge, so die Wissenschaftler in der Studie, einzelne Meeresbewohner, sich bis zu 4 Kilometer weiter in die Tiefe der Meere zurückzuziehen, schreibt der Guardian über die Studie. Wichtig: Diese Wanderungsbewegungen (oder auch: diese Flucht) gelingen den Zierarten nur mit ungleichen Geschwindigkeiten – das marine Ökosystem ist gestört.

Anthony Richardson von der University of Queensland in Australien und Mitautor der Studie warnt: „Was uns am meisten beunruhigt ist die unterschiedliche Geschwindigkeit dieser Veränderungen. Das wird nämlich die Beziehungen der Meeresbewohner völlig neu ordnen müssen.“

pit

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