Klimawandel kommt in Mode

Screenshot: Grist Magazine

Die Idee klingt vordergündig super: Die Idee klingt vordergündig super: Klimawissenschaftler Ed Hawkins von der britischen University of Reading will über den Klimawandel an möglichst vielen Stellen reden, um ihn so noch viel tiefer im Bewusstsein der Menschheit zu verankern. Deshalb beschäftigt er sich mit jetzt statt mit Büchern und Tabellen auch mit Mode-Design. Auf der jüngsten New York Fashion Week präsentierte er seine Leggins und Flipp-Flopps im Klimamuster. Der Wissenschaftler will damit im Alltag immer öfter Hinweise auf eines der drängendsten Probleme der Erde geben und die Menschen zu umdenken und neuen Handeln anstupsen.

Gut gedacht. Die Sache hat nureinen Haken.

Das Design zeigt als farbliches Streifenmuster die Veränderung der jährlichen Erdtemperatur und färbt sich daher kontinuierlich von blau (kühl) zu rot (wärmer). Hawkins hält damit allen Trägern seiner Mode den Klimawandel plastisch vor Augen. Soweit der guter Ansatz.

Dumm nur, dass die Träger des Schuhwerks aus Kunststoff (!) diesen Ansporn schon beim Reinschlüpfen in die Slippers sogleich unter ihren Sohlen verstecken.

Auch, dass der Wissenschaftler damit indirekt das Konsumrad der Branche weiter ankurbelt, kritisiert etwa das Grist Magazine. Besser wäre es, ihn abzubremsen, weil genau dies eben auch eine der Grundlagen für den Wachstumsmythos und damit die Klimaschäden ist – Die Modebranche ist dafür eines der besten Beipiele mit ihren raschen Wechseln der Modelle, Formen oder Farben, die ihre Kundschaft doch eher zum Wegwerfkonsum erzieht.

So bleibt die Idee gut, an der Umsetzung -leider - hapert es.

Dennoch: In einem hat Ed Hawkins natürlich genau Recht: Wenn wir den Klimawandel bekämpfen wollen, müssen wir ihn an möglichst vielen Ecken und Enden ins Gedächtnis rufen. Vielleicht gelingt ihm das ja wenigstens. Oder aber: Sein Vorbild inspiriert weitere Kreative, die sich darüber Gedanken machen, wie sie viele Mitstreiter mit guten Ideen zum Mitmachen inspirieren.

Das hoffen wir.

 

Gerd Pfitzenmaier

 

 

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