Liquiditätshilfen und Investitionen in grüne Märkte

Liquiditätshilfen und Investitionen in grüne Märkte
Dr. Katharina Reuter, Foto: UnternehmensGrün/Jörg Farys

Liquiditätshilfen und Investitionen in grüne Märkte

Die Selbständigen in Deutschland und zahlreiche der kleinen und mittleren Unternehmen leiden stark unter der Corona-Wirtschaftskrise und brauchen sehr kurzfristig und unbürokratisch Liquiditätshilfen. Wenn dies Bund und Ländern nicht gelingt, muss mit Zehntausenden von Pleiten gerechnet werden. Viele kleine und mittlere Unternehmen verfügen nur über wenige Wochen an Liquidität – daher ist Zeit hier der entscheidende Faktor.

Kredite vs. Transfer-Leistungen

Für viele Selbständige und kleine Unternehmen reichen in der jetzigen Lage Kredite oder Instrumente wie Kurzarbeitergeld nicht aus. Dort, wo es auf die Arbeitskraft der Chefin und des Chefs ganz wesentlich ankommt, Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitenden, Solo-Selbstständige, z. B. auch Kunstschaffende, helfen meist kein Kurzarbeitergeld, sondern nur direkte Finanzhilfen.

Helikoptergeld/ Grundeinkommen/ negative Einkommenssteuer

Schnell und unbürokratisch würde jetzt ein – zeitlich begrenztes – Grundeinkommen helfen, um die schlimmsten ökonomischen Auswirkungen der Krise abzufedern. Zuletzt hatten Akteure wie der Deutsche Musikrat eine solche Forderung erhoben. Experten wie DIW-Leiter Fratzscher weisen darauf hin, dass über weitergehende Instrumente wie die negative Einkommenssteuer nachgedacht werden müsse. Daher gilt: Ob Grundeinkommen, negative Einkommenssteuer oder Helikoptergeld – wir brauchen Maßnahmen, die sofort wirken und in dieser Sondersituation Notleidende spezifisch erreichen.

Mega-Investitionen in grüne Märkte

Um die Wirtschaft nach der Krise nachhaltig anzukurbeln, empfehlen sich Milliardeninvestitionen in grüne Märkte. Denn wir brauchen dringend Investitionen in einen dezentralen Nahrungsmittelmarkt, in den öffentlichen Nah-, Regional- und Fernverkehr, in die Ausweitung des grünen Energiemarkts und in den grünen Umbau der Industrie. Dann gelingt auch, was das Zukunftsinstitut in seinem Post-Corona-Szenario 4 skizziert: Die Welt geht gestärkt aus der Krise hervor. Subsistenz bekommt wieder mehr Beachtung. Unternehmen stellen vermehrt die Sinnfrage und setzen ökologisch und sozial nachhaltige Geschäftsmodelle um.

Dr. Katharina Reuter

Unsere Gast-Kommentatorin setzt sich als Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbands UnternehmensGrün für eine enkeltaugliche Wirtschaft ein. Sie ist Expertin für nachhaltiges Wirtschaften, Mitbegründerin von European Sustainable Business Federation und Co-Initiatorin von Entrepreneurs For Future.

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