„Mehr Bäume statt Beton“

„Mehr Bäume statt Beton“
Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Jacque Maué

„Mehr Bäume statt Beton“

Mit Klimaschutzwäldern will NatureLife-Stiftungspräsident C.-P. Hutter Kommunen und die dort lebenden Menschen vor sommerlichen Hitzewellen schützen. Im Interview begründet Hutter den Vorschhlag seiner Stiftung:

Sie klagen, dass (auch von Behörden) zu wenig gegen den Hitzestress der Bäume und Grünflächen in Städten gemacht wird. Wälder pflanzen dauert aber: Was geht denn schnell(er)?

C P Hutter Screenshot Random House
C.-P. Hutter Screenshot: Random House

Claus-Peter Hutter: Natürlich kann es nicht nur um den Aufbau und die Vernetzung von Wäldern gehen. Wir brauchen viele parallele Maßnahmen. Dazu gehört ein vorbeugendes Hitzemanagement durch den zügigen Bau und die Unterhaltung von großen Zisternen in den Städten. In den Grünanlagen muss bei Hitzestress gewässert werden und nur Grün in der Stadt kann zusammen mit genügend Frischluftschneisen gefährliche Temperaturspitzen kappen.

Was müssen wir längerfristig anpacken – und was kostet die Gesellschaft das?

Längerfristige Überlegungen können wir uns schon bald nicht mehr leisten. Wir müssen kurzfristig so handeln, dass wir langfristig wirksame Effekte erzielen…

„Wirtschafswälder in resiliente Naturwälder wandeln“

Was zum Beispiel kann das sein?

Dazu gehören Staats- und kommunale Wälder zur Hälfte aus der Nutzung zu nehmen um das Entstehen resilienter Naturwälder entstehen zu lassen. Eintönige Feldfluren können mit artenreichen „Holzäckern“ belebt werden. Schließlich brauchen wir auch weiterhin Holz. Sogenannte Niederwälder helfen Biotope zu vernetzen und die biologische Vielfalt schützen. Allerdings…

Sie haben Bedenken?

Dann darf nicht seitens des Naturschutzes gejammert werden, wenn es an die Holzernte geht. Gefragt sind dynamische Systeme…

Ist dieser Umbau der Landschaft teuer?

Vieles kostet nichts oder wenig und hilft Langfristkosten und irreparable Schäden zu vermeiden.

„Ländlicher Raum muss revitalisiert werden“

Grüne Lungen in Städten stehen etwa mehr Bauland oder mehr Raum für Straßen oder Fabriken entgegen: Wie lässt sich – und vor allem mit welchen überzeugenden Argumenten – der Widerspruch auflösen?

Irgendwann muss jedem klarwerden, dass unsere Städte nicht unendlich wachsen können. Vielmehr muss der ländliche Raum revitalisiert werden. Dazu bedarf es die Erhaltung von Infrastruktur und in Metropolregionen eines tüchtigen ÖPNV-Systems.

Muss unsere Gesellschaft nicht grundsätzlich Natur (auch ökonomisch) anders wertschätzen und ihr einen eigenen Wert zugestehen, der in eine Bilanz mit Arbeitsplätzen oder dem BIP gleichberechtigt einfließt?

Mit diesen Fragen kommen wir wieder an das Grundsätzliche in dem sich immer alle einig sind, aber in konkreten Fällen hunderte „aber“ auf Lager haben. Wenn unsere Gesellschaft nicht handeln will, wird sie künftig in den Hochsommern noch mehr schwitzen oder überflutete Keller leer pumpen müssen.

pit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.