Mindestens 1677 Arten in Europa bedroht

Mindestens 1677 Arten in Europa bedroht
Foto: heisabe / Pixabay CC0

Mindestens 1677 Arten in Europa bedroht

Laut IUCN sind mindestens 1.677 von 15.060 bewerteten europäischen Arten vom Aussterben bedroht. Das will die EU jetzt ändern, indem sie die biologische Vielfalt verbessert und schützt, um so gefährdete Arten zu erhalten. Im Januar diesen Jahres hat das Parlament in einer  angenommenen Entschließung eine ehrgeizige EU-Biodiversitätsstrategie 2030 gefordert, um die Hauptursachen des Verlusts der biologischen Vielfalt anzugehen. Für die EU und ihre Mitgliedstaaten sollten rechtsverbindliche Ziele festgelegt werden.

Von den in der spezifischen Europäischen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) gelisteten Arten, sind vor allem Schnecken, Muscheln und Fische am stärksten vom Aussterben bedroht. 

Über die Hälfte aller endemischen Baumarten Europas sind bedroht, darunter die Rosskastanie, ein spitzwipfliger Baum namens Heberdenia excelsa und die Eberesche. Zu den bedrohtesten Säugetierarten Europas gehören derzeit der Polarfuchs, der Europäische Nerz, die Mittelmeer-Mönchsrobbe, der Atlantische Nordkaper, ein im nördlichen Atlantik verbreiteter Glattwal, und der Eisbär. 

Rund ein Fünftel der Amphibien und Reptilien in Europa sind gefährdet. Auch die Bestäuberpopulationen gehen zurück. Eine von 10 europäischen Bienen- und Schmetterlingsarten ist vom Aussterben bedroht. Laut IUCN sind seit 2015 insgesamt 36 Arten in Europa ausgestorben. (Quelle : © Europäische Union, 2020 – EP)

Biodiversitätsstrategie

Im Rahmen ihrer 2010 eingeleiteten Biodiversitätsstrategie 2020 setzt die EU verschiedene Maßnahmen, um die biologische Vielfalt zu schützen:

  • Mit der Vogelschutzrichtlinie sollen alle 500 wildlebenden Vogelarten in der EU erhalten werden.
  • Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gewährleistet die Erhaltung einer Vielzahl seltener, bedrohter oder endemischer Tier- und Pflanzenarten, darunter etwa 200 seltener und charakteristischer Lebensraumtypen.
  • Natura 2000 ist das größte Schutzgebiets-Netzwerk der Welt, mit wichtigen Brut- und Ruhestätten für seltene und bedrohte Arten sowie seltene natürliche Lebensraumtypen.
  • Die Bestäuberinitiative soll deren Rückgang entgegenwirken und zu globalen Bemühungen beitragen, sie zu erhalten, wobei der Schwerpunkt auf der Verbesserung des Wissens über den Rückgang, der Ursachenbekämpfung und Sensibilisierungsmaßnahmen liegt.*

Der Iberische Luchs steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten © Europäische Union, 2020 – EP

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des „Grünen Deals“ im Mai eine neue Biodiversitätsstrategie für 2030 vorgelegt. Die Biodiversitätsstrategie 2030 soll dazu beitragen, die Verpflichtungen des „Grünen Deals“ der Kommission unter Ursula von der Leyen zu erfüllen. Gleichzeitig ist sie eng an die „Vom Hof auf den Tisch“-Strategie für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem gekoppelt.

Die Strategie umfasst konkrete Ziele für die nächsten zehn Jahre, darunter die Schaffung eines EU-weiten Netzes von Schutzgebieten an Land und auf See, Verpflichtungen zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und die Ermöglichung eines tiefgreifenden Wandels mithilfe praktikabler verbindlicher Maßnahmen. Zudem soll die EU bei der Bekämpfung der biologischen Vielfalt auf globaler Ebene die Führungsrolle übernehmen. Nach Annahme der Strategie beabsichtigt die Kommission, bis 2021 konkrete Vorschläge für ihre Umsetzung vorzulegen.

Weitere Informationen

(Quelle : © Europäische Union, 2020 – EP)

red

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