Nenne „stummen Killer“ Hitzewelle beim Namen

Nenne „stummen Killer“ Hitzewelle beim Namen
Foto: Myriam Zille/Pixabay CC/PublicDomain

Nenne „stummen Killer“ Hitzewelle beim Namen

Hitzewellen sollen künftig nicht mehr nur anonym sein. Wissenschaftler und Mediziner aus den USA wollen sie beim Namen nennen.

Die „stummen Killer“, wie sie die Extremwetterlagen nennen, sollen – wie Hochdruck- und Tiefdruckgebiete über Deutschland oder wie die Hurrikans in den Tropen – mit einem Namern für alle Menschen „greifbarer“ werden. Das könne die Gefahr, die von ihnen ausgeht, präsenter machen. „Mit Namen werden Hitzewellen ansprechbarer für die Medien“, sagt etwa Kathy Baughman-McLeod vom Adrienne Arsht-Rockefeller Foundation Resilience Center beim Atlantic Council. Sie leitet die Extreme Heat Resilience Alliance, bei der NGOs mit Wissenschaftlern und Behörden gemeinsam versuchen, die schlimmsten Folgen der durch den Klimawandel hervorgerufenen Gesundheitsschäden durch die steigenden Temperaturen auf der Erde abzumildern.

Dass heute Tropenstürme weltweit Namen haben und so quasi personifiziert und ansprechbarer sind, war nicht immer so. Erst in den 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts führt dies die US-Luftwaffe ein. Seither, betont heute auch die Weltorganisation der Meteorologen, vergrößere das Interesse der Menschen an den Wetterlagen und führe zugleich dazu, dass ein Schutz vor Extremsituationen verbessert werden konnte.

Hunderttausende Menschen sterben wegen der imm er größeren Hitze auf der Erde
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Foto: Gerd Altmann/Pixabay CC/PublicDomain

Und Hitzewellen sind solche Extremlagen. Laut WHO starben allein zwischen 1998 und 2017 über 166.000 Menschen an den Folgen zu großer Hitze auf dem Planeten. Das berichtet jetzt Grist Magazine.

Ein verbessertes Bewusstsein der Gefahren durch die neuen Bedrohungen, die sich mit fortschreitendem Klimawandel weiter verschärfen, sei die beste Vorbeugung, gegen zu viele Opfer der sonst folgenden Extremlagen, sagen die Mitglieder der Extreme Heat Resilience Alliance. Kommunen könnten sich besser vorbereiten. Das machen sie auch bei nahenden Wirbelstürmen. Den Menschen würde durch eine Namensgebung und Klassifizierung der Hitzewellen in abgestufte Kategorien – ähnlich jenen der Stürme – deren Bedeutung klarer. Sie würden sich eher schützen und in hohen Temperaturen dann weniger die Aufforderung sehen, sich an den Strand zu begeben und das Leben zu genießen.

pit

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