Nördlinger Ries ist UNESCO Geopark

Nördlinger Ries ist UNESCO Geopark
Blick auf den Krater des "Ries" Foto: Geopark Ries

Nördlinger Ries ist UNESCO Geopark

Als eine von weltweit acht besonders attraktiven Regionen ist jetzt das Nördlinger Ries als neuer UNESCO-Global Geopark „Ries“ offiziell von der UN-Bildungsbehörde ausgezeichnet worden. Die Gegend in Süddeutschland, die zu Teilen im fränkischen Bayern zu Teilen auf der Ostalb in Baden-Württemberg liegt, zählt damit zu den weltweit 177 solcher außergewöhnlichen Landstrichen, die in 46 Ländern der Erde als besonders hervorragend zur Beobachtung geologischer Formationen der Erdgeschichte gelten und zusammen eine Gesamtfläche von der Größe Japans haben.

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Der Geopark Ries stellt eine geologische Besonderheit ersten Ranges dar“, heißt es auf der Webseite des Geoparks – entstanden vor rund 4,5 Mio. Jahren durch den Einschlag eines riesigen Meteoriten, der als großer Krater noch heute die Landschaft prägt.

„Fingerabdruck des Asteroiden“
krater hell
Reliefkarte des „Ries“ zeigt den kreisrunden Krater F: Geopark

Von der Altsteinzeit über die Römer- und Alamannenzeit bis ins Mittelalters und der Frühen Neuzeit schufen Adel, Städte, Klöster und Kirchen eine facettenreiche kulturelle Vielfalt. Die können Besucher der region noch heute bei einem Aufenthalt im Ries genießen.

Im kosmischen Inferno des Einschlags, bildete sich ein neues Gestein. Der Höllensturm schuf den Suevit (suevia, lateinisch für Schwaben). Dieser Trümmergestein besteht überwiegend aus Bruchstücken von Graniten und Gneisen des Grundgebirges und aus Fetzen von aufgeschmolzenem Grundgebirge. Der Stein ist bis heute Zeitzeuge des außerirdischen Einschlags. „Das Besondere am Suevit sind die „Glasbomben“ (sog. Flädle), die vollständig aufgeschmolzenes Grundgebirge darstellen. Durch die Untersuchung des Suevits wurde im Jahr 1960 das Rätsel der Riesentstehung gelöst. Im Suevit wurden die Hochdruckvarianten von Quarz, die Minerale Coesit und Stishovit, und Diamant entdeckt, die typisch für Impaktgesteine sind“, beschreibt die Webseite des Geoparks die Besonderheit. Er gilt daher als „Fingerabdruck“ des Asteroiden.

Die anderen neuen UNESCO-Geoparks liegen in Brasilien, Finnland, Griechenland, Rumänien, Schweden und Luxemburg.

pit

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