Ostländer zeigen: So geht Energiewende

Ostländer zeigen: So geht Energiewende
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Ostländer zeigen: So geht Energiewende

heise.de: Strom aus Wind- und Sonnenkraft soll Deutschland aus der Abhängigkeit von Öl und Gas befreien. Wie weit sind die ostdeutschen Flächenländer auf diesem Weg?

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien wollen die fünf ostdeutschen Bundesländer aufs Tempo drücken. Das zeigen die aktuellen Pläne der Landesregierungen für die kommenden Jahre. Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung haben Brandenburg und Sachsen-Anhalt unter den Ostländern die Nase vorn. So werden zwei Drittel des Stromverbrauchs in Brandenburg rechnerisch mittlerweile aus erneuerbaren Energien gedeckt, in Sachsen dagegen nur ein Viertel. Eine dpa-Umfrage bei den zuständigen Landesministerien der fünf Länder und Fachverbänden ergibt folgenden Stand und Ausblick.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland soll von zuletzt 42 Prozent bis 2030 auf 80 Prozent steigen. Vor allem auf die Windkraft an Land kommt es beim Abschied von Kohle, Öl und schließlich auch Erdgas an. Nötig ist nach jüngster Prognose des Bundeswirtschaftsministeriums eine Verdoppelung der installierten Leistung bis 2030 auf mehr als 100 Gigawatt. Der Bedarf steigt auch für das Laden von Millionen Elektroautos. Das Ziel von zwei Prozent der Landesflächen für die Windenergie will Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gesetzlich verankern.

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Brandenburg liegt zurzeit im Osten an der Spitze mit rund 3700 Windturbinen, die auf 7,8 Gigawatt installierte Leistung kommen. Sachsen-Anhalt hatte Ende 2021 Windkraftwerke mit insgesamt 5,3 Gigawatt Leistung zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern sind 1850 Anlagen mit zusammen 3,6 Gigawatt Leistung in Betrieb. Hinzu kommen 231 Windräder in der Ostsee mit 1,1 Gigawatt. In Thüringen sind es gut 1,7 Gigawatt, in Sachsen knapp 1,3 Gigawatt. Bundesweit liegt Niedersachsen bei der an Land erzeugten Windenergie mit 11,4 Gigawatt auf dem ersten Platz.

Der Beitrag der Solarenergie

Neben dem Wind sind Solarmodule die zweite wichtige Quelle für sauberen Strom. In Brandenburg sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums derzeit Anlagen mit einer Leistung von etwa 4,5 Gigawatt installiert. In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Leistung von 2,9 Gigawatt vorhanden. Im Jahr 2019, das sind die jüngsten Angaben dazu, lag der Anteil von Photovoltaik an der Stromproduktion dort bei 9,2 Prozent.

In Sachsen gab es voriges Jahr laut Umweltministerium einen Zuwachs um 199 Megawatt (2020: plus 248 Megawatt). Insgesamt kommt Sachsen damit zurzeit auf etwa 2,6 Gigawatt Leistung aus der Photovoltaik. In Sachsen-Anhalt lieferten Mitte 2021 mehr als 39 000 Solaranlagen mit einer Leistung von knapp 3,3 Gigawatt erneuerbaren Strom. Im ersten Halbjahr 2021 kamen netto gut 2400 Anlagen hinzu.

In Thüringen kommt zurzeit Strom aus mehr als 37.000 Solaranlagen. Im ersten Jahr der Pandemie, 2020, wurden laut Umweltministerium so viele Solaranlagen installiert wie seit Jahren nicht – rund 3500 Anlagen gingen in Betrieb. Davon wurde nur ein Teil gefördert. 2021 waren es allein bis August knapp 2400 neue Anlagen.

Zukunft von Biogas unsicher

Eine weitere Säule der Ökostromerzeugung ist Biogas. Sein Vorteil: Mit gespeichertem Gas können Bedarfsspitzen gedeckt werden. Biogas kann auch Heizenergie liefern. Zuletzt ging es jedoch mit dem Ausbau nicht voran. Für 2021 erwartete der Fachverband Biogas zuletzt bundesweit einen Zuwachs um 60 auf 9692 Anlagen und eine Stromproduktion aus Biogas von 33.200 Gigawattstunden.

In mehreren Ländern heißt es, der Weiterbetrieb vieler bestehender Anlagen sei ungewiss… weiterlesen

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