Ozeane: Ganze Nischen verschwinden

Ozeane: Ganze Nischen verschwinden
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Ozeane: Ganze Nischen verschwinden

Scinexx: Der Ozean ist einer der wichtigsten Klimapuffer unseres Planeten, aber auch an ihm geht der Klimawandel nicht spurlos vorüber. Schon jetzt erlebt er Hitzewellen und Rekordtemperaturen, der Sauerstoffgehalt sinkt, die Wasserschichtung wird undurchlässiger und die Versauerung lässt den gelösten Kalk in Form von Aragonit mancherorts knapp werden. Bisher können viele Meeresbewohner diesen Veränderungen noch ausweichen, indem sie beispielsweise in noch kühlere oder weniger von Versauerung betroffene Meeresgebiete auswandern.

Doch wie lange geht das noch? Diese Frage haben nun Katie Lotterhos von der Northeastern University und ihre Kollegen untersucht. Das Ergebnis: In den 200 Jahren von 1800 bis 2000 haben sich Ozeane zwar verändert, bisher ist aber keine Umweltnische komplett verschwunden. Allerdings gibt es erste Vorzeichen dafür im Indische Ozean, dem tropischen Atlantik und dem Südwest-Pazifik. Auch völlig neuartige Klimabedingungen zeichnen sich zwar im äquatorialen Pazifik schon ab, sind aber noch nicht etabliert, wie Lotterhos und ihr Team ermittelten.

Anders wird dies aber in den kommenden Jahrzehnten werden: „Ein substanzieller Anteil der globalen Meeresoberfläche wird zwischen 2000 und 2100 ein mittleres bis extremes Ausmaß von verschwindenden Nischen erleben“, schreiben die Forschenden. Unter dem gemäßigten Klimaszenario betrifft dies rund 35 Prozent der heute noch existierenden Bedingungen, im Worst-Case-Szenario könnte es sogar 95 Prozent aller Nischen treffen.

Umgekehrt werden sich Temperaturen, pH-Wert und CO2-Gehalt in vielen Regionen so stark verändern, dass die Meeresorganismen mit völlig neuartigen, bisher nirgendwo auf der Welt vorkommenden Bedingungen konfrontiert sind. Je nach Szenario könnten solche neuartigen Bedingungen bis Ende des Jahrhunderts zwischen zehn und 82 Prozent der Meeresoberfläche betreffen. Weiterlesen…

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