Radioaktiver Sahara-Staub zurück nach Frankreich

Radioaktiver Sahara-Staub zurück nach Frankreich
Foto: bratispixl / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Wie ein Bumerang: Radioaktiver Sahara-Staub kommt zurück nach Frankreich

Die Bilder von rötlich-braun gefärbtem Schnee, dem sogenannte „Blutschnee„, machten im Februar die Runde. Ausgelöst wird dieses Phänomen durch Saharastaub, der über das Mittelmeer zu uns geweht wird. Die französische Organisation zur Kontrolle der Radioaktivität im Westen (ACRO) hat dabei eine interessante Beobachtung gemacht: sie konnte anormale Cäsium-137-Werte in dem Staub messen, der über Europa wehte, die allerdings keine Gefahr für die Gesundheit darstellten.

Wie Euronews berichtet, stammen die erhöhten Cäsium-137-Werte im Sahara-Staub, der besonders über Süd- und Zentralfrankreich für apokalyptische Stimmung sorgte, laut einer Mitteilung der Organisation offenbar von französischen Atomtests, die das Land in den 1960er Jahren in der Wüste Algeriens durchgeführt hat.

„Basierend auf diesem Analyseergebnis schätzt ACRO unter Berücksichtigung von homogenen Ansammlungen über eine große Fläche, dass 80.000 Becquerel pro Quadratkilometer an Cäsium-137 ausgefallen sind“, heißt es auf der Seite der Organisation. Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren, das heißt, dass es die Hälfte seiner radioaktiven Strahlung durch Umwandlung in Barium-137 einbüßt. In einem Zeitraum von 200 Jahren behält es nur noch ein Prozent seiner Radioaktivität, wie Pierre Barbey, Wissenschaftler bei ACRO, erklärt.

„Diese radioaktive Verseuchung – die auch 60 Jahre nach den Atomtests noch weithin sichtbar ist – erinnert an die Situation der mehrjährigen radioaktiven Verseuchung in der Sahara, für die Frankreich verantwortlich ist“, schließt die Mitteilung des ACRO.

Auch auf den Kanarischen Inseln gibt es den Wüstenstaub immer wieder, wie das Labor für Medizinische Physik und Umweltradioaktivität an der Universität La Laguna auf Teneriffa erklärte.

„Der Staub aus der Sahara oder ‚Calima‘, wie er auf den Kanarischen Inseln genannt wird, enthält manchmal Kalium-40, das natürlich in Mineralien vorkommt, und auch Cäsium-137 aus den Atomtests der französischen Regierung“, erklärt Professor Pedro Salazar Carballo. Er fügt hinzu, dass die Staubwolke auch das Isotop Blei-210 enthalten kann, das aus natürlichen Quellen stammt.

Das Labor hat erst kürzlich eine wissenschaftliche Studie über die Strahlungswerte des Saharastaubsturms während des Karnevals 2020 veröffentlicht, der die Flughäfen zur Schließung zwang und Hunderte von Touristen stranden ließ. (Quelle: Euronews)

Den kompletten Artikel gibt es hier auf de.euronews.com

red

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