So wird aus Kohlendioxid ein Kreislaufprodukt

So wird aus Kohlendioxid ein Kreislaufprodukt
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

So wird aus Kohlendioxid ein Kreislaufprodukt

derstandard.at: Carbon-Capture-Methoden fangen Treibhausgase direkt an der Entstehungsquelle ab. Das auf diese Weise gewonnene CO2 soll wiederverwertet werden

Der Druck, angesichts des Ukraine-Krieges auf Gas aus Russland zu verzichten, birgt die Chance, den Umstieg auf erneuerbare Energie zu forcieren. Gleichzeitig ist klar, dass es auch Rückschritte zu Kohle und Öl geben wird, sollte es zu Embargos oder Lieferstopps kommen. Spätestens bei einer erneuten Zunahme bei diesen CO2-intensiven Energieträgern stellt sich die Frage, warum hier noch keine CO2-Abscheidetechniken üblich sind. Immerhin liegt es nahe, das Treibhausgas dort abzufangen, wo es hoch konzentriert vorhanden ist – in den Abgasströmen der Kraftwerke und Industrieanlagen.

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An der Verfügbarkeit der Technologie liegt es nicht. „Verfahren zur CO2-Abscheidung sind auch im großtechnischen Maßstab durchaus vorhanden“, erklärt Irmela Kofler, die sich im Forschungsinstitut K1-MET mit der Emissionsreduzierung in Energiesystemen beschäftigt. „Federführend ist hier allerdings der nordamerikanische Raum.“ In Kanada wird etwa mit dem Boundary Dam Carbon Capture Project eine der weltweit größten Abscheideanlagen betrieben. Sie ist Teil eines Kohlekraftwerksblocks, der Energie für 100.000 Haushalte liefert.

Die Abscheideanlagen in Nordamerika sind meist Teil von Ansätzen zu Carbon Capture and Storage (CCS). Das CO2 in die Erde zu pressen, um es dort dauerhaft zu lagern, ist – nicht nur in den USA und in Kanada – eine wesentliche Strategie im Kampf gegen den Klimawandel. Sie ist aber durchaus umstritten. Gewarnt wird vor der Schwierigkeit, Lecks auszuschließen, und vor Verunreinigungen des Grundwassers.

Verbotene CO2-Speicherung

In Österreich ist die permanente unterirdische Speicherung von CO2 allerdings verboten. Zumindest langfristig betrachtet wäre damit hier auch wenig gewonnen, betont Kofler. „Die vorhandenen Speichermöglichkeiten in aufgelassenen Gaslagerstätten oder in speziellen geologischen Formationen würden erlauben, Österreichs Emissionen bis etwa 2050 zu speichern. Dann hätten wir das Problem erneut.“

Kofler und Kollegen konzentrieren sich – auch wegen der Rechtslage – auf die Weiternutzung des abgeschiedenen CO2. Das Schlagwort dazu lautet Carbon Capture and Utilization (CCU). Im Projekt Hydrogen Carbon Management Austria (HCMA), das K1-MET mit Wirtschaftspartnern umsetzt, setzt man auf die Produktion eines neuen Energieträgers: Das abgeschiedene CO2 wird gemeinsam mit Wasserstoff zu Methan, das in der Industrie genutzt oder ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Der Kohlenstoff kann theoretisch im Kreislauf geführt werden, bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden.

Im Projekt sollen die Abscheidung und verschiedene Arten der Methanisierung in einem Gesamtprozess betrachtet und zu einer industriellen Reife gebracht werden… weiterlesen

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