Sonderbriefmarke „Das Grüne Band Deutschland“

Sonderbriefmarke „Das Grüne Band Deutschland“
Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel: Annette le Fort und Andrè Heers, Foto: Klaus Leidorf

Sonderbriefmarke „Das Grüne Band Deutschland“

Das Grüne Band – Lebensader für gefährdete Arten in ehemaligem Todesstreifen – ist heute ein Rückzugsraum für mehr als 1.200 Tier- und Pflanzenarten der so genannten „Roten Liste der gefährdeten Arten“. Bis zum Mauerfall 1989 verlief hier die Innerdeutsche Grenze, der so genannte Todesstreifen. Am 2. März nun hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Sonderbriefmarke „Grünes Band Deutschland“ im Wert von 1,55 Euro in Schwerin vorgestellt.

„Briefmarken stellen auf kleinstem Raum große Themen der Geschichte, Kultur und Natur unseres Landes dar. Mit der Herausgabe der Sonderbriefmarke Grünes Band Deutschland, wird einmal mehr deutlich gemacht, welche historische und ökologische Bedeutung das Grüne Band als herausragendes Kultur- und Naturerbe inzwischen erlangt hat“, betont BUND-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger. „Mit ihrer menschenvernetzenden Funktion beleuchtet die Briefmarke das Grüne Band vor allem auch als lebendiges Symbol der deutschen Einheit. Der dauerhafte Schutz und die Entwicklung dieser Lebenslinie muss oberste Priorität haben.“

Prof. Dr. Hubert Weiger (l.) und
Dr. Kai Frobel an einem Grenz-
pfahl am Grünen Band
Foto: BUND e.V.

Schon in den 1970er Jahren entdeckte Kai Frobel, auch „Vater des Grünen Bandes“ genannt, zusammen mit anderen ehrenamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützern vom Aussterben bedrohte Arten am damaligen innerdeutschen Grenzstreifen und setzte sich ab 1989 sofort für den Schutz des Gebietes als „Grünes Band“ ein.

 

„In der Zeit dramatischen Artensterbens ist das Grüne Band mit seiner Länge von 1.393 Kilometern der einzig existierende bundesweite Lebensraumverbund“, sagt Frobel. „Auf Ruderalfluren, Magerrasen, Zwergstrauchheiden, Altgrasfluren, Feucht- und Nasswiesen, Bergwiesen, Weiden und halboffenen Grünland-Brachen zieht der üppige Blütenreichtum Insekten aller Art an. Schmetterlinge und Heuschrecken sind wiederum Beute für Fledermäuse und insektenfressende Singvögel wie das Braunkehlchen. An trockenen und nährstoffarmen Standorten wachsen auf sogenannten Magerrasen zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, darunter nahezu die Hälfte der heimischen Orchideen. Das Motiv der Briefmarke zeigt hervorragend die ‚Lebensader Grünes Band‘ in der ausgeräumten Agrarlandschaft.“

Das Grüne Band in Thüringen und Sachsen-Anhalt gehört zwischenzeitlich zu den „Nationalen Naturmonumenten“. Diese Schutzgebietskategorie wurde durch eine Novelle im Jahr 2009 in das Bundesnaturschutzgesetz eingefügt. Sie soll einen herausgehobenen Schutz für national bedeutsame Schöpfungen der Natur bieten, die die Voraussetzungen eines Nationalparks nicht erfüllen. Weltweit gehören unter anderem auch der Grand Canyon in den USA sowie in Deutschland, die Kluterthöhle mit einem 370 Millionen Jahre alten versteinerten Riff in Nordrhein-Westfalen und die 800- bis 1000-jährigen Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern dazu.

Weitere Infos unter www.bund.net/gruenes-band

hjo

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