Sparsam durch die Energiekrise

Sparsam durch die Energiekrise
Foto: Pixabay CC0

Sparsam durch die Energiekrise

Das Umweltbundesamt (UBA) ruft angesichts des Krieges in der Ukraine dazu auf, mit Energie deutlich sparsamer umzugehen. UBA-Präsident Dirk Messner sagte: „Die beste Energie ist die, die gar nicht verbraucht wird. Das war schon immer richtig – und ist in der aktuellen Energiekrise noch wichtiger geworden. Private Haushalte können hier ganz einfach helfen: Die Heizung etwas runter drehen, einen wassersparenden Duschkopf einbauen und weniger und vor allem langsamer mit dem Auto fahren. All das lässt sich sofort umsetzen, kostet kein bis wenig Geld und entlastet auch die Haushaltskasse spürbar.“

Nach Berechnungen des ⁠UBA⁠ würden rund 10 Terawattstunden (TWh) Gas weniger benötigt, wenn alle Haushalte in Deutschland die Temperatur in den Wohnungen um ein Grad reduzieren. Bei einer Absenkung um zwei Grad wären es sogar rund 21 TWh. Das sind etwa 5 Prozent des derzeit aus Russland importierten Erdgases. Rechnet man Hotels, Gaststätten und andere Gewerbebetriebe dazu, könnten in allen Wohn- und Nichtwohngebäuden zusammen über 7 Prozent der Erdgasimporte vermieden werden. Das entspräche 7,5 Millionen Tonnen Treibhausgasen und 3 Milliarden Euro Energiekosten (bei 10 Cent pro Kilowattstunde).

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Einsparpotenzial in Deutschland Grafik: UBA

Auch beim Baden und Duschen lässt sich laut UBA mit wenig Geld viel Energie sparen: Ein Spar-Duschkopf etwa senkt den Energieverbrauch fürs Duschen um rund 30 Prozent. Damit könnte bundesweit rund 11,3 TWh Erdgas eingespart werden. Das entspräche dann 2,6 Prozent der Erdgasimporte aus Russland und bedeutet etwa 2,8 Millionen Tonnen Treibhausgase und 1,1 Milliarden Euro Energiekosten weniger.

Nicht nur Greenpeace fordert ein temporäres Tempolimit, auch das Umweltbundesamt schlägt den Bürgerinnen und Bürgern vor, die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf maximal 100 km/h und auf 80 km/h auf Straßen außerorts zu reduzieren. Das spare rund 2,1 Milliarden Liter fossilen Kraftstoff ein, selbst wenn sich auch nicht alle an das Tempolimit halten würden. „Das spart immerhin sofort rund 3,8 Prozent des im Verkehrssektor verbrauchten Kraftstoffs. Würde man es schaffen, dass tatsächlich niemand mehr schneller unterwegs ist, fiele die Einsparung noch einmal rund 20 Prozent höher aus”, so Messner. Die Kosteneinsparung läge zwischen 3,5 Mrd. und 4,2 Mrd. Euro.

Zu den befürchteten kriegsbedingten Rohstoffknappheiten etwa bei Weizen und Düngeprodukten sagt Messner: „Wir rechnen auch im Bereich Lebensmittel und Landwirtschaft mit globalen Knappheiten infolge des Krieges. Wieweit diese auch in Deutschland die Verbraucherpreise nach oben treiben, können wir noch nicht beziffern. Auch hier gilt das Gebot der Sparsamkeit: Lebensmittel sollten umsichtig verwendet und unnötige Lebensmittelabfälle sollten weiter reduziert werden.“

Übrigens, aktuell werfen wir Deutschen im Schnitt rund 80 Kilo Lebensmittel pro Jahr und Person im Wert von 230 Euro weg. Das war leider auch schon vor dem Krieg in der Ukraine so und sollte sich wirklich sofort ändern.

red

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