Spritpreis: Raffinerien verdreifachen Gewinne

Spritpreis: Raffinerien verdreifachen Gewinne
Foto: IADE-Michoko/PixabayCC/_PublicDomain

Spritpreis: Raffinerien verdreifachen Gewinne

derstandard.at: Treibstoffpreise in Österreich haben sich im Juni gegenüber der Zeit vor dem Ukraine-Krieg vom Rohölpreis entkoppelt. Rohöl um 22 Cent teurer, Diesel aber 36 Cent

Wien – Marktmissbrauch, Kartellbildung oder Wettbewerbsbehinderungen attestiert die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) nicht, aber deutlich gestiegene Margen, die die Treibstoffpreise zusätzlich in die Höhe getrieben haben. Das ist die Kernaussage der „Branchenuntersuchung Kraftstoffmarkt“, die die BWB im Auftrag der Bundesregierung bei Treibstofferzeugern und Verkäufern durchgeführt und am Donnerstag Zwischenbericht gelegt hat.

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Die BWB hat analysiert, ob die Preisanstiege an den Tankstellen aus der Entwicklung der Rohölpreise heraus erklärbar sind. Konkret ergaben die Berechnungen, dass sich die Treibstoffpreise in der ersten Junihälfte gegenüber der Zeit vor dem Beginn des Krieges in der Ukraine von den Rohölpreisen entkoppelt hatten.

Der Dieselpreis lag um rund 36 Cent pro Liter höher, und Benzin notierte um 41 Cent über den Preisnotierungen der Rohölpreise. Entkoppelt haben sich die Preise deshalb, weil die Rohölpreise nur um etwas mehr als rund 22 Cent pro Liter gestiegen sind.

Elf Euro mehr pro Füllung

Umgerechnet auf eine 50-Liter-Tankfüllung zahlen die Konsumenten durchschnittlich in der ersten Juni Hälfte gegenüber der Zeit vor Beginn des Krieges allein aufgrund des Anstiegs der Rohölpreise um elf Euro netto mehr, sowohl bei Diesel als auch bei Benzin, rechnet die BWB beispielhaft vor. Zusätzlich zahlen die Konsumenten aufgrund der Steigerung der Bruttomargen 9,50 Euro bei einer Tankfüllung Diesel und 10,50 Euro bei einer Tankfüllung Benzin netto mehr. Die Mehrwertsteuer kommt jeweils noch hinzu – es trägt also auch der Fiskus seinen Teil zur Preisbelastung bei.

Verdreifachung der Bruttomarge

„Der aus dem Anstieg der Rohölpreise nicht erklärbare stärkere Anstieg der Preise an den Tankstellen von Diesel und Benzin führte über diesen Zeitraum zu einer Verdreifachung der Bruttoraffinierungsmargen“, rechnet die BWB vor. Das bedeutet für Raffinerien einen durchschnittlichen Anstieg von rund sieben Cent pro Liter verarbeiteten Erdöls auf 23 Cent pro Liter. Die Bruttoraffinierungsmargen stiegen bei Diesel um rund 14 Cent pro Liter und bei Benzin um rund 20 Cent pro Liter. Die Bruttoraffinierungsmarge ist die Grundlage der Raffineriegewinne, wobei andere moderat angestiegene Kosten abgezogen werden… weiterlesen

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