Studie: Wasserstoff schlimmer für Klima als CO2

Studie: Wasserstoff schlimmer für Klima als CO2
Grafik: Pixabay CC/PublicDomain

Studie: Wasserstoff schlimmer für Klima als CO2

Wasserstoff-Image ramponiert? H2 gilt als einer jener Energieträger, die uns – wenn sie mit Wind- oder Solarstrom produziert sind – den Weg aus der Klimakrise weisen sollen. Jetzt aber zeigt eine Studie aus Großbritannien, dass auch dieses Gas in der Atmosphäre zur Erderwärmung beitragen kann. Die Wissenschftlerinnen und Wissenschaftler befürchten sogar: elfmal mehr als der Klimakiller Kohlendioxid. Leckagen, die H2 in die Erdhülle entweichen lassen, sind dabei zudem technisch derzeit (noch) kaum zu vermeiden.

Grüner Wasserstoff werde, beschreibt das Fachportal efahrer die Vorzüge des Energie- und Hoffnungsträgers, „klimaneutral aus erneuerbarem Strom und Wasser hergestellt – deshalb kommt dem Energieträger auch eine Schlüsselrolle in der Dekarbonisierung CO2-intensiver Industrien wie beispielsweise der Stahlherstellung, aber auch in der Luft- und Schifffahrt zu.“

Pferdefuß des Hoffnungsträgers Wasserstoff

Die Crux an der schönen Zukunftsvision von der klimafreundlichen Energie: In der Atmosphäre könne aus Anlagen entwichener Wasserstoff mit anderen Gasen interagieren und starke Erwärmungseffekte hervorrufen.

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Das Fazit der Forschenden im Auftrag der britischen Regierung gibt efahrer daher so wieder: „Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Erderwärmungspotenzial von Wasserstoff etwa doppelt so hoch ist wie bisher angenommen. Über einen Zeitraum von 100 Jahren erwärme demnach eine Tonne Wasserstoff in der Atmosphäre die Erde etwa elfmal stärker als eine Tonne CO2.

Ausgelöst werde diese Wirkung des Wasserstoffs auf das Klima, schreibt das Fachportal, weil H2 die Lebensdauer von atmosphärischem Methan verlängere. Wasserstoff reagiere mit denselben troposphärischen Oxidationsmitteln, die Methanemissionen „reinigen“. Methan gilt als extrem starkes Treibhausgas, das in den ersten 20 Jahren eine etwa 80-mal stärkere Erwärmung verursacht als die gleiche Menge CO2. Sogenannte Hydroxylradikale in der Atmosphäre könnten diese allerdings relativ schnell vom Methan befreien, während CO2 Tausende von Jahren in der Luft bleiben könne. „Ist jedoch Wasserstoff in der Atmosphäre vorhanden, reagieren diese Hydroxylradikale stattdessen mit dem Wasserstoff – dadurch steigt die Methankonzentration an und das Methan verbleibt länger in der Atmosphäre“, erklärt efahrer.

Bis zu 10 Prozent des Wasserstoffs entweicht in die Atmosphäre

Zum echten Problem wird die Erkenntnis der Forschenden von der britischen Insel, weil H2-Leckagen nicht zu verhindern sind. „Bewahrt man Wasserstoff in einer Druckgasflasche auf, entweichen jeden Tag zwischen 0,12 und 0,24 Prozent der Gesamtmenge“, schreibt das Portal. BeimTransport des Wasserstoffs entweiche etwa ein Prozent des H2 in die atmosphäre – und heize damit den Treibhauseffekt an. Die Studie spreche gar von einem H2-Verlust von bis zu 10 Prozent!

pit

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