Tanz macht den Klimawandel begreifbar

Tanz macht den Klimawandel begreifbar
Screenshot: environmental-dance.com

Tanz macht den Klimawandel begreifbar

Wissen um die Veränderungen des Klimas mit Tanz verknüpfen: Mit diesem ganz anderen Zugang will der Choreograf Christoph Winkler eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Fakten und emotionalem Ausdruck schlagen. Webseite environmental-dance.com versammelt er Videos und Interviews, zeigt Künstler aus verschiedenen Weltregionen, die sich dem Thema Klimawandel mit der Ausdrucksform des Tanzes nähern oder in Gesprächen Auskunft geben, wie sie der Erderwärmung begegnen. Im Interview mit globalmagazin erklärt er seine Motivation für das ungewöhnliche Projekt.

Tanzen gilt oft als Ausdrucksmittel für Freude: (Wie) Kann ein Tanz auch das eher schwierige Thema Klimawandel vermitteln?

Christoph Winckler cw photo web
Christoph Winkler Foto: privat

Christoph Winkler: Am Anfang jeder Klimadebatte steht für den Einzelnen zunächst eine ganz einfache Aufgabe: Geh sorgsam mit der Natur um und achte sie. Diese Achtsamkeit drücken Menschen seit Jahrtausenden auch in Tänzen über und in der Natur aus. Sich dessen bewußt zu werden und dieses Wissen wieder zu aktivieren erscheint da nur logisch.

Warum glauben Sie, dass es Tanz als „anderen“ Zugang in der Klimaschutz-Debatte braucht, um (mehr) Menschen für das Thema zu gewinnen?

Tanz bringt Menschen zusammen und findet dabei außerhalb von Sprache statt. Er ist somit allen Menschen zugänglich, egal welcher Herkunft.

Wichtig ist im Projekt die Verknüpfung von (eher nüchternen) wissenschaftlichen Daten und Fakten mit dem (emotionalen Ausdruck durch) Tanz: Worin liegt GENAU diese Verbindung zwischen beiden Elementen?

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Der Klimawandel wird noch allzu oft nur über wissenschaftliche Parameter kommuniziert. Es fehlen Ansätze in welchen die wissenschaftlichen Fakten mit der individuellen Erfahrung der Menschen zusammengebracht werden. Unser Projekt ist der Versuch genau das zu tun: Tänze in denen sich die Erfahrungen der lokalen Tanzkünstler ausdrücken werden mit faktischen Klimadaten kombiniert.

Warum konzentrieren Sie sich in Ihrem Projekt auf Tänzerinnen und Tänzer aus anderen Regionen der Erde: Hat in Deutschland Tanz keinen Stellenwert?

Das ist eine Frage der Klimagerechtigkeit. Wir haben zunächst mit Regionen begonnen die nur wenig zum Klimawandel beitragen aber überproportional von den Folgen dessen betroffen sein werden. Mittlerweile gibt es aber auch zwei Beiträge aus Deutschland.

Wie soll das Projekt weiter wachsen?

Das Projekt ist noch sehr jung. Wir sind momentan dabei es in der Tanzszene bekannt zu machen. So wird es beispielsweise beim diesjährigen Tanzkongress vorgestellt werden. Darüberhinaus präsentieren alle beteiligten Künstlerinnen ihre Arbeit in den jeweiligen Regionen.

pit

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