Kreuzfahrten und Öko-Gewissen: Passt das?

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Immer mehr Reisende bereisen mit großen Kreuzfahrtschiffen die Traumziele auf unserem Planeten. Die wenigsten halten die großen Ozeanriesen für ein umweltfreundliches Verkehrsmittel - doch sie sind besser als ihr Ruf.

Öko-Luxusliner ist in Planung

 

Die Reedereien versuchen schon, den Energieverbrauch auf ihren Kreuzfahrtschiffen zu senken, doch wird sich dabei nur an gesetzliche Richtlinien gehalten. Doch nun wurde bei einer Konferenz im Hamburger Hotel Mercure bekannt, dass ab dem Jahr 2018 ein Kreuzfahrtschiff seinen Betrieb aufnehmen soll, welches circa 50 Prozent weniger Energie verbraucht als herkömmliche Schiffe.

 

Das ist natürlich ein Vorstoß, der für ziemlich viel Wirbel in der Branche sorgt. Daher fanden sich viele Experten aus dem maritimen Bereich in dem Hotel ein, denn niemand anderes hatte geladen als die japanische Organisation Peaceboat. Diese ist im Bereich atomare Abrüstung, Umweltschutz und Katastrophenschutz sehr aktiv und möchte sich an das ehrgeizige Projekt wagen.

 

Experten aus den Bereichen Energieeffizienz und maritime Wirtschaft an einem Tisch

 

Bei der Konferenz hatte man sich neben der Ankündigung des Öko-Kreuzfahrtschiffes vor allem zum Ziel gesetzt, dass Experten aus der Energiewirtschaft, dem maritimen Bereich und aus anderen Randbereichen einmal an einem Tisch sitzen und gemeinsam nach Wegen suchen, das Ziel Öko-Kreuzfahrtschiff in die Realität umzusetzen.

 

Die Organisation Peaceboat beschäftigt sich schon lange mit dieser Frage, denn bereits seit einigen Jahren unterhält sie ein Kreuzfahrtschiff, welches sehr effizient mit der Energie umgeht. Doch man hat erkannt, dass hier ein riesiges Potential vorliegt, wenn man neue Technologien und Wissen bei diesem Projekt zusammen bringen könnte.

 

Der Bau des Schiffes ist ab dem Jahr 2015 geplant

 

Bereits im Frühjahr 2015 soll der Vertrag zum Bau des Öko-Kreuzfahrtschiffs unterschrieben werden. Die Energieeffizienz soll dabei durch zahlreiche Maßnahmen erhöht werden. So soll der Antrieb ein neuartiges Konzept verfolgen. Hilfsegel, Solartechnik und Energiespeicher sollen ebenfalls genutzt werden, um hohe Energieeinsparungen zu ermöglichen. Die Organisation Peaceboat möchte tatsächlich das umweltschonendste Schiff bauen, was gleichzeitig neue Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz bei Kreuzfahrtschiffen setzen soll, die dann hoffentlich bald Grundlage für neue, gesetzliche Vorgaben werden.

 

Kreuzfahrten sind besser als Ihr Ruf

 

Laut Robert Sausen, Physiker vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR), fallen je nach Größe des Schiffs bei einer 14-tägigen Kreuzfahrt 1-3 Tonnen CO2 pro Person an. Zum Vergleich: Bei einem Flug von Frankfurt am Main nach New York sind es pro Passagier 2,8 Tonnen und auf der Strecke Frankfurt- Sydney sogar 8,6 Tonnen CO2-Ausstoß. Im Unterschied zu anderen Fortbewegungsmitteln sind Kreuzfahrtschiffe aber auch schwimmende Hotels und Freizeiteinrichtungen – im Gegensatz zu anderen Urlaubsreisen kommt es also nicht zu einen zusätzlichen CO2-Ausstoß durch Ausflüge, der An- und Abreise und anderen Aktivitäten am Urlaubsort. Laut Sausen sind Schiffe nach wie vor die effizienteste Art, Personen über lange Strecken zu bewegen, da sie auf Ihrer Fahrt am wenigsten Widerstand überwinden müssen und langsam unterwegs sind.


03.06.2014 12:36
Vanessa Tutzke

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