Natürlich schön: Naturkosmetik erkennen

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Natürliche Schönheit liegt im Trend. Immer mehr Hersteller setzten auf die Kraft ökologisch angebauter Inhaltsstoffe und ergänzen ihr Sortiment mit pflanzlicher und veganer Naturkosmetik. Mehrere Gütesiegel helfen, bei der großen Auswahl nicht den Überblick zu verlieren und wahren gleichzeitig hohe Qualitätsstandards.

Die drei Kategorien der Naturkosmetik

 

Generell unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Varianten: naturnahe Kosmetik, Naturkosmetik und Biokosmetik. Unter naturnaher Kosmetik versteht man Produkte, die trotz einer Basis aus pflanzlichen Inhaltsstoffen nicht komplett auf Synthetik verzichten. Vor allem künstliche Konservierungsstoffe und Sonnenschutzfilter, aber auch synthetische Duft-und Farbstoffe, sind in diesen Kosmetikartikeln oft enthalten. Mit zertifizierten Gütesiegeln wie Natrue oder Ecocert ausgestattet zeigt sich die eigentliche Naturkosmetik. Bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe werden bei diesen Produkten garantiert. Die Biokosmetik geht noch einen Schritt weiter und verwendet größtenteils Wirkstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau. Produkte aller drei Kategorien können, aber müssen nicht vegan sein. So ist beispielsweise Bienenwachs ein in der Naturkosmetik häufig verwendeter Rohstoff.

 

Die gängigsten Siegel und was sie verraten

 

Zu den renommiertesten Gütesiegeln zählt das BDIH-Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik. Mit dem Ziel größtmögliche Transparenz zu schaffen, prüft die Stelle jedes Jahr Hunderte neue Produkte. Zu den strengen BDIH-Standards zählen unter anderem der zertifiziert ökologische Anbau pflanzlicher Rohstoffe, der vollständige Verzicht auf Tierversuche, radioaktive Bestrahlung und Erdölprodukte sowie die deutliche Kennzeichnung aller verwendeten Konservierungsstoffe. Weiters setzen die Standards für Produkte, die sich Bio nennen, einen Biogehalt von 95 % voraus. Naturkosmetik, die das BDHI-Siegel trägt, gilt als besonders hautverträglich und zeichnet sich durch ein ressourcenschonendes Herstellungsverfahren aus. Europaweiter Marktführer für Gütesiegel der Naturkosmetik ist die aus Brüssel agierende Organisation Natrue. Ihr Anliegen ist es, international gültige Standards zu entwickeln, um Kunden von Naturkosmetik den Einkauf innerhalb Europas transparent und unkompliziert zu gestalten. Im Jahr 2015 trugen bereits über 4000 Produkte das Natrue-Gütesiegel. Im Zertifizierungsverfahren durch unabhängige Stellen werden die eingereichten Produkte auf unerlaubte Inhaltsstoffe wie Erdöle, Silikone, genetisch veränderte Rohstoffe und synthetische Farb- und Duftstoffe untersucht. Das dritte große Gütesiegel ist Ecocert. Die französische Organisation unterscheidet zwischen Naturkosmetik und Biokosmetik. Bei Ersterem müssen mindestens 95 % der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein und die pflanzlichen Inhaltsstoffe zu 50 % aus biologischem Anbau stammen. Das Ecocert-Siegel zur biologischen Kosmetik setzt einen Bioanteil von 95 % voraus. Das zusätzlich vergebene Fair Trade Siegel zeugt vom fairen Handel, Solidarität und Verantwortung des jeweiligen Herstellers. Ebenfalls besonders bekannt ist die sogenannte Veganblume. Sie wird von der Vegan Society England vergeben und kennzeichnet neben veganer Naturkosmetik auch Lebensmittel und Reinigungsprodukte.


19.01.2018 08:46
Silke Walter

Silke Walter, Stylesy

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