19.03.2019

2,1 Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Foto: Bob Metclaf/Gemeinfrei

Diese erschreckende Zahl veröffentlicht die UNESCO in ihrem neusten Weltwasserbericht. Besonders betroffen seien die dabei ohnehin diskriminierten Gruppen. Fast doppelt so viele, nämlich 4 Milliarden Menschen, haben keinen Zugang zu sicheren Sanitäranlagen. Umweltschäden und mangelnde Wasserressourcen bedrohen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich 45 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 40 Prozent der weltweiten Getreideproduktion,so die Autoren des Berichts.

 

"Sicheres Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind Menschenrechte. Doch für Milliarden Menschen sind diese Rechte nicht verwirklicht: Über zwei Milliarden leben ohne sicheres Trinkwasser, 844 Millionen müssen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder sie haben gar keinen Zugang. Das müssen wir ändern – durch höhere und effektivere Investitionen in die Infrastruktur wie Wasseranschlüsse und Sanitärversorgung, gerechte Gebühren sowie mehr Forschung und Innovation“, fordert Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.

In Europa und Nordamerika haben 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen. Der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen bleibt 36 Millionen Menschen in Europa und Nordamerika verwehrt. Dabei ist die Situaton der Bewohner ländlicher Regionen in den meisten Fällen schlechter als die der Stadtbewohner. Weiter heißt es, 2015 hatten nur zwei von fünf Personen in ländlichen Regionen Zugang zu fließendem Wasser, hingegen doppelt so viele in urbanen Räumen. In Städten waren 63 Prozent der Haushalte an ein Abwassersystem angeschlossen, in ländlichen Gebieten dagegen nur 9 Prozent.

 

„Die Situation hier in Deutschland ist sehr gut: Fast 100 Prozent aller Haushalte sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und haben Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. Unser Trinkwasser erfüllt laut Umweltbundesamt nahezu alle Qualitätsanforderungen“, betont Burchardt. „Allerdings gibt es Handlungsbedarf bei den Gewässern, denn nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. Deshalb brauchen wir unter anderem eine neue Landwirtschaftspolitik“, so Burchardt weiter.

Die Hälfte der Menschen weltweit mit unzureichendem Zugang zu sicherem Trinkwasser lebt in Afrika. Lediglich 24 Prozent der Bevölkerung Subsahara-Afrikas haben Zugang zu sicherem Trinkwasser. Nur 28 Prozent nutzen sanitäre Einrichtungen, die sie nicht mit anderen Haushalten teilen müssen.

 

In Deutschland werden seit 15 Jahren weniger als 20 Prozent der erneuerbaren Wasserressourcen genutzt. Wir seien also auf dem richtigen Weg, "doch seien wir gleichzeitig auch Mitverursacher der großen Probleme in anderen Weltregionen - durch den Import etwa von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Herstellung teils gewaltige Wasserressourcen benötige."

(Quelle: UNESCO Weltwasserbericht 2019)

 

 

Daten und Fakten aus dem Weltwasserbericht 2019

 

Webseite der Deutschen UNESCO-Kommission zum Thema Wasser


hjo

 

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