80.000 Krebskranke nach Atomunfall in Fukushima

Neue Horrorzahlen aus Fukushima: Nach Berechnungen US-amerikanischer Wissenschaftler der University of California in Santa Cruz sowie von Statistikern und Radiologen im Auftrag der kanadischen Plattform straight.com aus Vancouver werden Zehntausende Menschen nach dem Verzehr von verstrahltem Fisch aus dem Pazifik an Krebs erkranken. Noch wiegelt Japans Regierungschef Abe ab. In der Vorwoche rührte er mit Sportfunktionären und Sponsoren die Werbe-Trommel für Olympia 2020 in Nippon und betonte dabei: „Bis heute gibt es keine Gesundheitsprobleme nach dem Reaktorunfall und es wird auch keine geben.“

 

Anderes sagen Wissenschaftler. Sie berechneten mit den offiziellen Methoden des US-Gesundheitsbehörde U.S. Environmental Protection Agency sowie Angaben der Japanese Fisheries Agency die radioaktive Belastung von insgesamt 33.000 gefangenen Meerestieren. Der Verzehr dieser Fische führt demnach statistisch zu der unvorstellbaren Opferzahl von 80.000 neuen Krebskranken – überall auf der Erde.

 

Deutscher Strahlen-Experte: Opferberechnungen nach Fukushima korrekt

 

Noch schlimmer: Daniel Hirsch von der University of California vermutet sogar: „Die Zahlen könnten um das Hundertfache höher ausfallen. Elemente wie Strontium 90 oder Plutonium 239 seien bisher noch in keinem Monitoring erfasst. Ihre zerstörerische Wirkung im Organismus jedoch sei hoch gefährlich.

 

„Wer davon spricht, dass der riesige Ozean die Kontamination schon verdünne“, entgegnet Hirsch den verharmlosenden Aussagen vieler Offizieller nach der Atomkatastrophe in Japan, „der vergisst, dass Verdünnung derzeit doch nur heißt, dass wir die Gefahren auf noch mehr betroffene Menschen ausweiten.“ Hirsch war in den 1990er-Jahren Vize-Chef einer Kommission, die in Kalifornien Krebs-Studien an Atomkraft-Arbeitern begutachtete.

 

Hirsch betont, dass es schwierig sei, genaue Zahlen zu berechnen. Er verweist andererseits darauf, dass seine Kalkulationen über mögliche Spätfolgen der Fukushima-Havarie weitere Effekte gar nicht kalkulierten: Todgeburten, Gendefekte und die Wirkungen auf Kinder. Der Strahlen-Experte und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, stimmt den kanadischen Berechnungen zu.

 

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