BEE: „Erneuerbare Energie rechnet sich“

Günstige Windkraft Foto: Wikimedia CC/Guido Radig

Öko-Energie so günstig wie nie: Eine jetzt von der EU vorgelegte neue Studie zum Preisvergleich von konventioneller zu erneuerbarer Energie ist nach Auffassung des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) der Beleg: „Strom aus Windkraft an Land ist finanziell auf Augenhöhe mit Kohlestrom, und Solarstrom ist so günstig geworden, dass sein Preis nur noch minimal über dem von Gas und Atomkraft liegt“, sagt Verbands-Geschäftsführer Hermann Falk.

Im Auftrag des scheidenden EU-Kommissars Günther Oettinger hatte das Beratungsunternehmen Ecofys die Kosten der Energieerzeugung ohne staatliche Eingriffe errechnet. Das Ergebnis der Studie referiert der BEE: „Danach liegt Strom aus Steinkohle bei 75 Euro je Megawattstunde (MWh), Wind onshore unwesentlich höher, Atomenergie und Strom aus Gaskraftwerken liegen bei 100 Euro je MWh und Solarstrom bei 100 bis 115 Euro je MWh (je nach Anlagengröße).“

 

Windkraft „praktisch ohne Folgekosten“

 

Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2012. Der Verband betont daher: „Seitdem sind die Erneuerbaren Energien noch kostengünstiger geworden.“

Noch klarer würden, so der BEE, die Vorteile der sauberen Energien, wenn man die so genannten externen Kosten wie Umwelt- und Gesundheitsschäden mit einrechnet: Diese Kosten beziffert Ecofys für alle EU-Staaten auf 150 bis 310 Milliarden Euro im Jahr 2012. Deutschland führe die Negativrangliste mit 42 Mrd. Euro an. Hauptgrund sei der immer noch viel zu hohe Anteil der Kohle an der Energieerzeugung. Darauf entfallen laut BEE 45 Prozent der Schäden. Die Kohle hat Folgekosten von bis zu 140 Euro je MWh, Erdgas kommt auf 60 Euro. Atomkraft und Sonnenenergie liegen bei 20 Euro je MWh, Biomasse schlägt mit 25 Euro zu Buche. Windkraft habe laut Ecofys „faktisch keine Folgekosten“.

 

Zahlen laut EU-Recherchen sprechen für die Erneuerbaren

 

 

BBE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk Foto: BBE

Bei der Berechnung der externen Kosten der Atomkraft habe Ecofys nach Auffassung des BEE „extrem niedrige Kosten für einen nuklearen Unfall angesetzt“: umgerechnet 0,5 bis 4 Euro je MWh. Die deutsche Versicherungswirtschaft sei in einer Studie für den BEE auf 140 Euro je MWh gekommen. Auch berücksichtige die Studie nicht den „Wert der verschenkten Verschmutzungszertifikate im EU-Emissionshandel und den staatlichen Verzicht auf eine angemessene Versicherung der Atomreaktoren“ – beide Faktoren, so der Verband der Öko-Energie-Erzeuger, hätten die Gesamtrechnung noch deutlich zulasten der Kohle- und Atomwirtschaft ausgeprägt, „was derzeit in der EU wohl nicht gewollt ist“, kommentiert der BEE. „Wer sich all diese Zahlen vor Augen hält“, sagt dazu Geschäftsführer Falk, „sollte klar sehen, dass sich Erneuerbare Energien ökologisch und ökonomisch rechnen.“


red

 

 

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